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Promi-News: Lars Eidinger: Im Theater dürfen Tote weiteratmen

BU: Schauspieler Lars Eidinger glaubt nicht grundsätzlich an Gut und Böse.  Foto: highgloss.de

14. November 2020

Wie der Schauspieler „Sterben“ vor der Kamera spielt

(cat). Irgendwie erinnert Lars Eidingers Rolle in „Schwesterlein“ frappierend an den Schauspieler selbst: Sven hat 357 Mal den Hamlet gespielt und ist ein begnadeter Schauspieler. Doch er leidet unter Leukämie. Seine Zwillingsschwester Lisa (Nina Hoss), eine gefragte Theaterautorin gibt alles auf, um ihren Bruder noch einmal auf der Bühne zu sehen. Eine emotionale Achterbahnfahrt mit dramatischem Ausgang beginnt. Lars Eidinger wollte schon als Kind Schauspieler werden und besuchte von 1995 bis 1998 die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Dort waren unter anderem auch David Striesow, Fritzi Haberland, Mark Waschke und Nina Hoss. 

Im Jahr 2000 wurde Eidinger Teil des Ensembles der Berliner Schaubühne. Neben seiner Theaterarbeit ist Lars immer wieder in Film- und Fernsehrollen zu sehen, etwa im „Tatort“. Zudem spielte der 44-Jährige in Maren Ades „Alle Anderen“ mit, in dem Roadmovie „25km/h“ und in „Babylon Berlin“. Und im Juli startete „Persischstunden“ mit Eidinger als SS-Offizier. Nach eigenen Worten stellt man dem Schauspieler immer wieder die Frage, warum er in Filmrollen oft nackt zu sehen sei. „Ich habe keinen Hang zum Nudismus. Ich würde nie an einen FKK-Strand gehen. Ich geniere mich. Ich gehe nicht gern in die Sauna, ich laufe auch zu Hause nicht nackt herum“, so der Star zur „Berliner Zeitung“. Das Ziel sei vielmehr, beim Spielen an einen Punkt zu kommen, an dem man total schutzlos sei. „Wenn mir die Tränen kommen, dann ist das auch kein äußerlicher, technischer Vorgang, sondern ich verführe meinen Körper, über die Konzentration auf eine Situation zu reagieren. Und wenn ich spiele, dass ich Angst vor dem Tod habe, dann wird das Teil meines Erlebens“, so Eidinger im Hinblick auf seine Rolle in „Schwesterlein“. 

Im Film sei das „Sterben spielen“ schwerer als im Theater. Auf der Bühne nehme es einem keiner übel „wenn man da liegt und trotzdem noch atmet“. In seiner Rolle als krebskranker Sven musste Eidinger anders an die Sache heran gehen. „In dem Fall war es auch wirklich Technik – ich rede von dem Sterbemoment und nicht von der Angst vor dem Sterben. Ich halte in dieser Sequenz lange die Luft an und die Verantwortung war groß, weil Nina Hoss währenddessen etwas Anspruchsvolles spielt. Es drohte die Gefahr, dass ich die Szene versaue, wenn ich nach Luft schnappe“, berichtete der Mime im Interview mit „mdr kultur“. 
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