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Klopfgeräusche aus Sattelauflieger - Zwei aufgedeckte Lkw-Schleusungen binnen 11 Stunden in Sachsen-Anhalt

Sonntag, den 1. November 2020

Landsberg, Halle, Uhrsleben, Magdeburg (ots) - Nachdem die Bundespolizei in Sachsen-Anhalt bereits am 15. Oktober dieses Jahres in Kabelsketal und am 27. Oktober 2020 in Hermsdorf Lkw-Schleusungen mit vier beziehungsweise fünf afghanischen Staatsbürgern verzeichnen musste, kam es am Freitag, den 30. Oktober 2020 innerhalb von nur elf Stunden erneut zu gleich zwei solch gelagerten Sachverhalten: 

Im ersten Fall bemerkten Mitarbeiter einer Firma, die sich in einem Lager in der Ortslage Landsberg befanden, Klopfgeräusche aus einem Sattelauflieger. Dieser befand sich mit der dazugehörigen Zugmaschine auf dem besagten Betriebsgelände. Die Mitarbeiter informierten die Landespolizei in Halle, welche wiederum gegen 09:40 Uhr die zuständige Bundespolizei in Kenntnis setzte. Sowohl Einsatzkräfte der Landes-, als auch der Bundespolizei begaben sich sofort zum Ereignisort und stellten sechs pakistanische Männer im Alter von 17, 18, 20, 22, 25 und 26 sowie den 46-Jährigen bulgarischen Fahrer fest. Der Lkw sowie die komplette Ladung wurden vor Ort durchsucht. 

Die sechs Pakistani verfügten über keine aufenthaltslegitimierenden Papiere und wurden an die Bundespolizei übergeben. Sie und der Fahrer wurden für die weitere strafprozessuale Bearbeitung zum Bundespolizeirevier Halle überführt. Während den Vernehmungen gab einer der Männer an, dass sie an diesem Tag nach Deutschland eingeschleust wurden. Zuvor führte sie ihre Reiseroute in dem Lkw über Rumänien, Bulgarien und Tschechien. 

Im zweiten Fall bemerkte ein Zeuge, der sich hinter einem rumänischen Lkw im Bereich der Abfahrt der Bundesautobahn A2, Uhrsleben befand, wie drei Männer während eines Halts an einer Ampel aus dem Inneren des Anhängers über das Dach stiegen, herunterkletterten und sich in unbekannte Richtung von dem Lkw entfernten. Er informierte die Landespolizei sowie die zwei 30- und 33-Jährigen rumänischen Kraftfahrer des Lkws darüber. Der Lkw fuhr daraufhin auf die Raststätte Uhrsleben. Hinzueilende Landespolizisten stellten die drei Flüchtenden im Bereich der Autobahn und fanden im Inneren des Sattelaufliegers drei weitere Männer. Hierbei handelte es sich bei allen sechs Personen um Afghanen. 

Auch diese Männer konnten gegenüber den Einsatzkräften keine aufenthaltslegitimierenden Papiere vorweisen. Die Landespolizei informierte gegen 20:40 Uhr die zuständige Bundepolizei, welche die sechs Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sowie die zwei Fahrer übernahm und für die weitere strafprozessuale Bearbeitung in die Dienststelle nach Magdeburg brachte. Auch hier gab einer der Männer während seiner Vernehmung an, gemeinsam mit den fünf anderen Personen in Rumänien auf den Lkw gestiegen zu sein. 

Die Bundespolizeiinspektion Magdeburg hat insgesamt drei Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von Ausländern sowie zwölf weitere Strafverfahren wegen den unerlaubten Einreisen eingeleitet. Inwieweit die jeweiligen Fahrer von ihren "blinden Passagieren" wussten, bleibt Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Sie konnten die Dienststellen nach Abschluss aller polizeilicher Maßnahmen wieder verlassen. Die sechs Pakistani und die sechs Afghanen wurden nach Rücksprachen mit den zuständigen Ausländerbehörden an dementsprechende Einrichtungen übergeben.