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POESIE AUS MAGDEBURG ZUM ABEND


Blumenkinder

Primeln, Krokus, Osterglocken
dicht an dicht im Beete hocken,
erzählen von der Winterzeit,
vom Träumen unterm weißen Kleid.
Viel zu kalt, um nachzuschauen,
ließen erst den Schnee weg tauen.
Wollten noch nicht an das Licht,
weil der Frühling weit in Sicht.
Wind schickt keine Frühlingsgrüße,
Knollen haben nasse Füße.
Erde ist zu kalt und nass.
Da macht Wachsen keinen Spaß.
Rufen die Frau Sonne an,
ob sie Füße trocknen kann.
Und Frau Sonne wärmt die Krumen,
lockt heraus die ersten Blumen.
Strecken hoch die zarten Köpfchen,
naschen von des Regens Tröpfchen.
Viele Glöckchen, weiß wie Schnee,
Märzenbecher ich auch seh.
Farbenprächtig strahlt das Beet,
Warmer Frühlingswind umweht
Blumenkinder früh bis spät.
Welch ein Leben, Neubeginn!
Frühling, du bist ein Gewinn.


19.03.2017
Margit Seebach
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