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POESIE AUS MAGDEBURG ZUM ABEND

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Meiner alten Schule

Liebes rotes Backsteinhaus
aus den Kindertagen.
Als wir kamen, konnten wir
kaum die Tüten tragen.

Und du weißt, wie wir versucht,
Buchstaben zu malen,
hörtest unser Frühlingslied
und die ersten Zahlen.
 
Kennst die Freundin, der man sich
heimlich anvertraute
und die Truppe, die im Park
sich die Butze baute.

Sahst die Pausenmilch, die wir
allzu oft verkleckert
und warst Zeuge, als man uns
deshalb „angemeckert“.

Hörtest, wie die Knaben dann
für die Mädchen schwärmten,
die sich dann zu ihrem Leid
nicht für sie erwärmten.

Ach, du warst uns auch vertraut
in dem Prüfungstrubel,
sahst uns schwitzen, hörtest auch
schließlich unsren Jubel.

Weißt du, damals glaubten wir,
alles wär’ vorüber.
Doch danach ging es erst los.
Schweigen wir darüber.

Wie vor Zeiten stehst du da,
ringsumum: Leben, Scherzen...
Ich bin nun schon Großmama,
doch mit jungem Herzen!

Helga Schettge


Es handelt sich um die POS Wilhelm Wander in der Nachtweide 77, die ich von 1955-1965 besuchte. Seit 1991 befindet sich hier das Norbertus-Gymnasium.

Entnommen aus:
Blätter wie Seide. – 2. Aufl., 2013. – ISBN: 978-3-9811692-6-3