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Polizeiliche Kriminalstatistik der ehemaligen Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord für das Jahr 2018

Donnerstag, den 14. März 2019


(Zuständigkeitsbereich der jetzigen Polizeiinspektionen Magdeburg und Stendal)

 
-        Erneuter Rückgang des Straftatenaufkommens um 3,8 %  –

         80.911 Fälle erfasst

-        44.542 Straftaten aufgeklärt - Aufklärungsquote bei 55,1 %

-        Hoher Anstieg von Betrugsdelikten

 
Die Anzahl der von der Polizeidirektion  Sachsen-Anhalt Nord im Jahr 2018 abgeschlossenen Fälle verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf 80.911 Fälle (2017: 84.076). Dies entspricht einem Rückgang um 3,8 %. Damit setzte sich der Trend der letzten Jahre fort.

Insgesamt konnten 44.542 Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei 55,1 % (2017: 57,0 %).

Die Straßenkriminalität -  Straftaten, die sich im öffentlichen Raum ereigneten – verringerte sich seit 2014 um 2.938 Fälle. Im Vergleich zu 2017 ist ein leichter Anstieg um 360 (+2,5%) Fälle zu verzeichnen.

Insgesamt wurden 30.264 Tatverdächtige ermittelt (22.352 männlich, 7.912 weiblich). Im Vergleich zum Vorjahr (2017: 34.127) bedeutet dies einen Rückgang um 12,8 %. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtige verringerte sich signifikant um 40,5% auf 5.496 Tatverdächtigen (2017: 8.768).  Somit verringerte sich der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtanzahl aller ermittelten Tatverdächtigen auf nunmehr  18,2 % (2017:  25,7 %).

Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren liegt  bei 19,8 % (5.984 Tatverdächtige). Im Jahr 2017 betrug dieser Anteil  20,2 %. Von den unter 21-Jährigen wurden 1.150 Kinder (bis unter 14 Jahre), 2.356 Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) und 2.478 Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) als Tatverdächtige ermittelt.





Im Zuge der Bearbeitung durch die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord (PD STN) lag der Anteil Straftaten gegen das Leben bei 0,1%. Unter den 61 Fällen waren elf Morde, von denen bislang 10 Fälle aufgeklärt (AQ 90,9 %) werden konnten.

Von den 836 erfassten Sexualdelikten konnten 725 aufgeklärt werden, was einer AQ von beachtlichen 86,7 % entspricht.

Die Anzahl der erfassten Rohheitsdelikte, zu denen u. a. Körperverletzungen und Raubdelikte zählen, blieb mit 11.362 Fälle (+13) auf konstantem Niveau. Gleiches gilt für die Gruppe der Raubstraftaten mit nunmehr 515 Delikten (+4). Davon konnten 290 Fälle aufgeklärt werden. Bei den Körperverletzungsdelikten war ein Anstieg um 244 Fälle zu registrieren. 7.481 Fälle wurden im Jahre 2018 erfasst (2017: 7.237 Straftaten). Die AQ lag hier bei beachtlichen 89,4 %.  

Diebstahlsdelikte bilden mit 40,2 % den höchsten Anteil an den 2018 abgeschlossenen Fällen. Dabei sank die Anzahl auf 32.498 Fälle (- 1,3 %).

Schwerpunkt des Fahrraddiebstahls bleibt nach wie vor die Landeshauptstadt Magdeburg. Nach einem signifikanten Rückgang im Jahr 2017 stieg die Anzahl derartiger Straftaten im PD-Bereich um 342 auf jetzt 5.825 Fälle an.

Einer verstärkten Anstrengung bedarf die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen (WED) (2017: 2.055 Fälle), die im Berichtsjahr um 6,4% (2018: 2.187) zunahmen. Ein besonders hoher Anstieg wurde bei  Einbrüchen in Einfamilienhäuser + 124 Fälle  (+17,8%) registriert. Die hierin enthaltenen Tageswohnungseinbrüche in Einfamilienhäuser – also Einbrüche, die sich in der Zeit zwischen 06.00 Uhr und 21.00 Uhr ereigneten – stiegen von 272 auf 305 Fälle (+12,1%). Bevorzugte Begehungsweise in diesem Deliktsfeld war weiterhin das Einschlagen/Einwerfen von Fensterscheiben/Terrassentüren an den Gebäuderückseiten.

Leicht rückläufig sind weiterhin die Straftaten bei Entwendungen von Kfz von 605 auf 587 Fälle. Dagegen musste beim Diebstahl an/aus Kfz  ein Anstieg um 6,2% von 3.661 auf 3.888 Fälle verzeichnet werden.

Ein bemerkenswerter Zuwachs musste im Bereich der Betrugsdelikte registriert werden, wo die Fallzahlen um  +15,1 % auf 9.028 Fälle anstiegen (2017: 7.844 Fälle). Erklärt wird dies in der veränderten Erfassung und gezielten Bearbeitung des Kriminalitätsphänomens, welches unter Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik (IUK) stattfindet. Hierin findet sich die Erklärung für eine Erhöhung der Fallzahlen.

Die Fallzahlen im Deliktsbereich Sachbeschädigung sanken im Jahr 2018 um 872 auf 7.755 Fälle (-10,1%). 2017 waren es noch 8.627 Fälle. Sachbeschädigungen stellen einen Anteil von 9,6% an der Gesamtkriminalität dar. Die Anzahl der Fälle von Sachbeschädigungen durch Graffiti ist mit 1.268 Straftaten (-313 Fälle) niedriger als 2017 mit 1.581 Fällen. Die AQ im Jahr 2018 beträgt 12,8% (-7,5%).

Beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte stiegen die erfassten Straftaten entgegen dem Landestrend um 32 Fälle  von 305 auf 337 (+10,5%) Fälle an.

Im Berichtsjahr stellte die Polizei 192 Fälle (+4,8 %) der Rauschgiftkriminalität mehr fest als im Vorjahr. Der Anstieg in diesem Deliktsbereich ist in erster Linie ein Ergebnis des erhöhten Kontrolldrucks. Den höchsten Anteil nehmen dabei allgemeine Verstöße gegen das BtMG mit Cannabis mit 1.729 Fällen (+4,2 %) und Amphetaminen in flüssiger und fester Form mit 846 Fällen (-1,9 %) ein. Im Bereich des illegalen Anbau von BtM ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen (-3,4%): Hier gingen die Fallzahlen von 145 (2017) auf 140 (2018) zurück.

Rückläufig sind in der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord die Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asyl- oder Freizügigkeitsgesetz durch Asylbegehrende. Im Jahr 2018 wurden 2.118 Fälle in der PKS ausgewiesen, was einem Rückgang um 3.193 (-60,1%) Fälle zum Vorjahr (5.311 Fälle) entspricht.

Neben diesen ausländerspezifischen Verstößen wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 aus der Personengruppe der Zuwanderer 3.737 Tatverdächtige (-47,2%) gezählt, die an 4.772 erfassten Fällen

(-41,7%) beteiligt waren. Im Jahr 2017 waren es 8.180 Fälle, an denen 7.082 Tatverdächtige (Zuwanderer) beteiligt waren. Den Großteil bildeten dabei Körperverletzungsdelikte (604 Fälle) und Diebstahlsdelikte mit 753 Fällen (davon 596 Fälle von Ladendiebstahl). 67 Straftaten richteten sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung.