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Mehr als 120.000 Gäste beim Staatsbesuch

Bild 1: Regierungssprecher Steffen Seibert wird von einem Kinderreporter interviewt. Kinderreporter Hannes fragt - der Regierungssprecher antwortet. Foto: Bundesregierung/Gyarmaty


Bereits zum 19. hatte die Bundesregierung alle Bürger zum Tag der offenen Tür eingeladen. 

Tag der offenen Tür am 26./27. August. Mehr als 120.000 Gäste sind der Einladung zum Staatsbesuch gefolgt und haben hinter die Kulissen von Kanzleramt, Bundespresseamt und den Bundesministerien geblickt.

Die Bundesregierung hat zu einem "Date mit der Demokratie" eingeladen. Mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger von Nah und Fern nutzen am vergangenen Wochenende die Gelegenheit, um in Berlins politischer Mitte einen Blick ins Bundeskanzleramt, die Bundesministerien sowie das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zu werfen.

Es war bereits die 19. "Einladung zum Staatsbesuch" – und längst kein Geheimtipp mehr. Seit dem Regierungsumzug ist der Tag der offenen Tür der Bundesregierung ein Publikumsmagnet in Berlin. Jahr für Jahr nutzen weit mehr als 100.000 "Staatsgäste" die Gelegenheit, um sich an Ort und Stelle über den Regierungsalltag zu informieren.

Einblicke ins Bundespressamt

Auch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (kurz: Bundespresseamt oder BPA) hat über seine Arbeit informiert. Ein buntes Programm erwartete die Besucher am Dienstsitz an der Spree: Die Ausstellung "Das Bundespresseamt – Regierungskommunikation seit 1949" etwa erzählte die Geschichte des Bundespresseamtes anhand der Bundeskanzler und der Regierungssprecher. Interessierte konnten zudem den Mitarbeitern der Social-Media-Redaktion und der Presseauswertung bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Außerdem wurde den Gästen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm geboten - mit Bühnentalks in der Presselounge sowie Liveauftritten bekannter Künstler wie Max Giesinger und 2raumwohnung. Außerdem gab es Quiz-Runden sowie einen "Seh-Container", der über das 500-jährige Reformationsjubiläum informierte.

Junge Reporter löchern den Regierungssprecher

Ein Höhepunkt im BPA am Sonntag: Die Kinder- und Jugendpressekonferenz. BPA-Chef und Regierungssprecher Steffen Seibert stellte sich den Fragen der junge Gäste. Der zwölfjährige Hannes, Kinderreporter des Fernsehkanals Kika, sowie die Vertreter von prämierten Schülerzeitungen aus Berlin löcherten dabei den Regierungssprecher mit ihren - nicht immer alltäglichen - Fragen.

Seibert informierte über die Arbeit des BPA im Allgemeinen und über seine Arbeit im Speziellen. Auf die Frage "Wie hielt Ihr Alltag aus?" sagte der Regierungssprecher, dass es für ihn quasi keinen Alltag gebe. Jeder Tag entwickelt sich anders. Trotz der vielen Terminen bleibe aber "manchmal auch etwas Zeit zum Entspannen - wie jeder andere Mensch auch".
Die Kinder- und Jugendreporter erfuhren auch, dass das Amt des Regierungssprechers nicht immer schon der Berufswunsch von Seibert gewesen sei. "Regierungssprecher ist nicht die logische Folge eines jeden Journalisten", so Seibert.

Die jungen Reporter stellten auch Fragen zu politisch aktuellen Themen wie Lohngleichheit von Mann und Frau. Außerdem wollten sie vom Regierungssprecher erfahren, was er antwortet, wenn er mal keine konkrete Antwort geben könne. "Es ist besser, eine Antwort nachzureichen als etwas falsches zu sagen" war Seiberts Antwort.

Bühnentalk zu Europa

Das Bühnenprogramm im BPA startete am Samstagvormittag mit einer Diskussionsrunde über Europa. Im Zentrum standen Fragen, die viele Bürger derzeit umtreiben: Wie steht es um Europa 60 Jahre nach Unterzeichnung der Römischen Verträge? Welche Zukunft hat die EU? Wie können die Bürger Europa mehr mitgestalten? Und welche Auswirkungen hat der Brexit auf die Gemeinschaft?

Das Podium war hochkarätig besetzt: Es diskutierten Gesine Schwan (Politikwissenschaftlerin und Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform), Richard Nikolaus Kühnel (Vertreter der EU-Kommission in Deutschland), Martin Kotthaus (Abteilungsleiter Europa im Auswärtigen Amt), Rolf-Dieter Krause (Journalist) und Elmar Brok (Europaabgeordneter).

Alles Diskutanten waren sich einig, dass die EU eine große Errungenschaft ist. Sie sei nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft wie zu ihrer Gründung angedacht, sondern eine Wertegemeinschaft. So ist etwa Gesine Schwan überzeugt, dass sich eine gut funktionierende Wirtschaft nur weiterentwickeln könne, wenn man an gemeinsamen Werten festhalte.

Die Entscheidung der Briten, Europa zu verlassen, war ein Tiefpunkt für die EU - auch darin war sich die Gesprächsrunde einig. Trotz der vielen Nachteile für Bürger und Wirtschaft kann Martin Kotthaus dem Brexit etwas Positives abgewinnen: "Das Interessante ist, durch den Brexit ist die Zustimmung zur Union in allen Mitgliedstaaten dramatisch nach oben gegangen." Die Bürger hätten erkannt, dass es nichts bringe, die Union zu verlassen. Ihnen sei vielmehr klar geworden, was der "Mehrwert" sei, in der EU zu bleiben.

Bild 2:  Talkrunde zum Thema "Europa" beim Tag der offenen Tür im Bundespresseamt mit Gesine Schwan.
Foto: Bundesregierung/Gyarmaty

Bild 3: Besucher informieren sich beim Tag der offenen Tür im Kanzleramt an einer Informationstafel.

Fotos: Bundesregierung/Breloer

Bild 4: Mit ein wenig Glück trifft man im Park Kanzleramtsminister Peter Altmaier.

Bild 5: Immer ein Besuchsmagnet: der Hubschrauber der Bundespolizei.