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Gesundheit-News: Auch aus gesundheitlichen Gründen Plastik vermeiden

6. April 2021

Tipps für mehr Nachhaltigkeit in der Küche

(ams). Einweg-Plastikflaschen, Kunststoffschwämmchen, Mülltüten, Pfannenwender, Schneidebretter - wer sich zuhause umschaut, erkennt schnell, wie viel Plastik sich allein in der eigenen Küche befindet. Hinzu kommen der Verpackungsmüll und die oft nur einmal genutzten Plastiktüten. Von letzteren verwenden - laut Bundesumweltamt - die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland zwei Milliarden pro Jahr. Hinzu kommen noch die Papiertragetaschen sowie die dünnen Plastikbeutel an Obst- und Gemüseständen (sogenannte Hemdchenbeutel).

Gelangen Plastiktüten in die Umwelt, dann können sie sich in Bäumen und Sträuchern verfangen oder in die Gewässer gelangen. Ein großes Problem dabei ist die chemische Zusammensetzung von Plastik, also der Kunststoff. Bis sich Kunststoff von allein zersetzt, können mehrere Jahrzehnte vergehen. Laut Plastikatlas von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurden 2017 in Deutschland von 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen, die angefallen sind, nur 810.000 Tonnen wiederverwertet.

Umweltschutz und gesundheitliche Gründe

Neben den Umweltschutzgründen sprechen auch gesundheitliche Gründe dafür, Alternativen zum Plastik zu finden. Denn von so mancher Aufbewahrungsdose oder vom Plastikgeschirr können Schadstoffe in Lebensmittel übergehen. Das gilt insbesondere für den Verpackungsstoff Bisphenol A sowie für Weichmacher (Phtalate). Vor allem fett- und säurehaltige Lebensmittel nehmen Inhaltsstoffe aus der Verpackung auf. Auf Einwegprodukte, die bereits nach kurzer Zeit im Müll landen, versuchen schon heute viele Menschen zu verzichten. Laut Verbraucherzentrale kann Bisphenol A das Hormonsystem stören.

"Und gerade in der Küche gibt es viele Alternativen zum Plastik, die sich schnell umsetzen lassen", sagt Karolin Wagner, Gesundheitsexpertin bei der AOK, und nennt die folgenden sieben Beispiele. "Und gerade in der Küche gibt es viele Alternativen zum Plastik, die sich schnell umsetzen lassen", sagt Karolin Wagner, Gesundheitsexpertin bei der AOK, und nennt die folgenden sieben Beispiele.

Plastiktüten: Loses Obst und Gemüse sollte nach Möglichkeit nicht mehr in der Plastiktüte nach Hause getragen werden. "Viele Supermärkte und Discounter bieten inzwischen wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze zum Kauf an", so Wagner. Alternativ gibt es immer noch den klassischen Einkaufskorb aus Weidengeflecht. Für Spontaneinkäufe hat man am besten einen wiederverwendbaren Beutel aus Stoff in der Tasche dabei. Laut einer Studie im Auftrag des Naturschutzbund Deutschland (NABU) werden dennoch vor allem Obst und Gemüse in Deutschland zu 60 Prozent bereits verpackt verkauft. Aber es gibt auch immer mehr sogenannte Unverpackt-Läden, in denen verpackungsfrei eingekauft werden kann.

Leitungswasser statt Wasser aus Plastikflaschen: Leitungswasser ist in Deutschland von sehr guter Qualität. Es kann problemlos getrunken werden, außer aus alten Häusern, in denen noch Bleirohre verlegt sind. "Außerdem löscht Leistungswasser gut den Durst, ist kalorienfrei und preiswerter als gekauftes Wasser in Flaschen", so Wagner. "Vor dem Trinken sollte man das Leitungswasser ein wenig laufen lassen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. So ist es frisch." Der erste Wasserschwall kann zum Blumengießen oder Putzen genutzt werden.

Schneidebretter: Eines der Plastikteile in der Küche, die sich schnell ersetzen lassen, denn Bretter aus Holz gibt es schon weit länger und sie stehen denen aus Kunststoff in nichts nach. Auch die Sorge, dass Holzbretter unhygienischer sind, weil sie sich nicht in der Spülmaschine reinigen lassen, ist unbegründet. Damit Bakterien abgetötet werden, kann das Brett mit kochendem Wasser abgespült werden. Zudem gibt es auch Schneidebretter aus Glas oder Granit. Diese sind ebenfalls sehr hygienisch, jedoch auch sehr hart. Dadurch können Messer schneller stumpf werden.

Spülbürsten und Lappen: Herkömmliche Spülbürsten haben Borsten aus Nylon. Auch das ist Plastik. Spültücher wiederum sind inzwischen oft aus Mikrofasern – ebenfalls eine Art Kunststoff, wovon kleinste Partikel über das Abwasser besonders schnell ins Meer gelangen. Alternativen sind Spültücher aus Baumwolle. Spülbürsten gibt es auch mit Holzgriffen und Naturborsten.

Kochlöffel und Co.: Auch diese Plastikprodukte lassen sich in der Küche gut ersetzen. Egal ob Pfannenwender, Schneebesen oder Spaghetti-Löffel: Was es davon aus Plastik gibt, gibt es fast immer auch aus Edelstahl, oder Holz.

Einweggeschirr und wiederverwendbares Plastikgeschirr: Beides ist problemlos durch Porzellan oder Keramik zu ersetzen.

Bratpfanne: Teflon, mit dem viele Pfannen und Töpfe beschichtet sind, ist ebenfalls ein Kunststoff. Pfannen haben meist auch einen Kunststoffgriff. Ein echter Klassiker, der schon früher einen Stammplatz in der Küche hatte, ist die Pfanne aus Gusseisen - im Idealfall mit Holzgriff.



Text / Foto: AOK Bundesverband