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Gesundheit-News: Rauchstopp! – Aber wie?

13. Oktober 2020

Neue Daten aus HINTS Germany zum Thema Rauchen im trendmonitor

Nach langem Zögern wird nun auch in Deutschland ab dem nächsten Jahr das Tabakwerbeverbot schrittweise ausgeweitet, um den Tabakkonsum weiter einzuschränken. Denn noch immer greift ein großer Teil der Menschen in Deutschland regelmäßig zur Zigarette.

Das zeigen aktuelle, repräsentative Daten von HINTS Germany, einer Studie der Stiftung Gesundheitswissen in Zusammenarbeit mit dem Hanover Center for Health Communication. Demnach haben knapp die Hälfte der Befragten (48,9 %) in ihrem Leben schon mindestens 100 Zigaretten geraucht.

Die Daten zeigen aber auch: Fast 40 Prozent der Raucher möchten aufhören. An wen sie sich in diesem Fall wenden, wem sie vertrauen und warum ein Ausbau von Präventionsprogrammen speziell für Frauen sinnvoll wäre - mehr dazu im aktuellen trendmonitor.

Zwar ist die Zahl der Rauchenden in Deutschland in den letzten Jahren gesunken, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Schweden mit 18 Prozent, ist der Anteil an Rauchern in der Bundesrepublik mit rund 30 Prozent aber immer noch groß.

Daher hatte die Bundesregierung vor kurzem als Schlusslicht in Europa ein Gesetz für ein weiterreichendes Tabakwerbeverbot verabschiedet. Es soll ab 2021 schrittweise eingeführt werden. Auch Tabakerhitzer und E-Zigaretten sind von dem neuen Gesetz betroffen.

Allerdings bleibt Werbung für Tabakprodukte an Außenflächen des Fachhandels sowie Sponsoring weiterhin erlaubt.

Die neuen Daten aus der bevölkerungsrepräsentativen Trendstudie „Health Information National Trend Survey (HINTS) Germany“ zeigen, dass fast die Hälfte der Befragten durchaus grundlegende Erfahrung mit dem Rauchen gemacht haben. 48,9 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in ihrem Leben schon mindestens 100 Zigaretten geraucht haben.

Der Definition nach zählen sie damit nicht zu den Gelegenheitsrauchern, die nur in Ausnahmesituationen rauchen. Der Anteil ist bei Männern mit 56,0 Prozent deutlich höher als bei Frauen mit 41,8 Prozent. Von allen Befragten mit Tabakkonsumerfahrung gaben 42,5 Prozent an, derzeit täglich Zigaretten zu rauchen, dies entspricht 20,8 Prozent aller Befragten.

Immerhin fast die Hälfte (46,9 %) hat den Zigarettenkonsum mittlerweile aufgegeben.

40 Prozent der Rauchenden möchte mit dem Rauchen aufhören. Daher nimmt der aktuelle trendmonitor der Stiftung Gesundheitswissen u.a. das Präventionsthema Rauchstopp mit in den Blick.

Fast 40 Prozent der Raucher möchten aufhören – allerdings weniger Frauen

Eine ernsthafte Absicht innerhalb der kommenden sechs Monate mit dem Rauchen aufzuhören, äußerten 38,8 Prozent der Befragten. Es zeigt sich, dass Männer sich häufiger mit der Absicht des Ausstiegs tragen als Frauen (41,4 % vs. 35,5 %). Offenbar werden Frauen durch bestehende Angebote zum Rauchstopp schlechter erreicht.

Grund dafür könnte die unterschiedliche Motivation für den Tabakkonsum sein. Hier bietet sich die Chance Präventionsmaßnahmen stärker an den Bedürfnissen von Frauen auszurichten. „Präventionsangebote und Maßnahmen zum Rauchstopp können besser zugeschnitten werden, wenn Motivationsgründe und Informationskanäle einbezogen werden“, betont Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen.

Vertrauen in Informationsquellen variiert mit Ausstiegsabsicht

Um Angebote, die einen Rauchstopp unterstützen, anpassen und ausbauen zu können, ist es wichtig Informationswege und Bedürfnisse der Zielgruppe zu kennen,“ so Dr. Suhr. Die aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass die Frage, welchen Quellen Rauchende bei der Suche nach Gesundheitsinformationen ihr Vertrauen schenken, auch von der Absicht des Rauchstopps abzuhängen scheint. So gaben Befragte, die vorhaben mit dem Rauchen aufzuhören an, eher den Informationen von staatlichen Gesundheitsbehörden zu vertrauen als Befragte ohne Ausstiegsabsicht (3,4 % vs. 3,1 %).

Ähnlich verhält es sich beim Vertrauen zu den Informationen durch Familie oder Freunde (3,2 % vs. 2,9 %). Keinen Unterschied macht die Rauchstoppabsicht im Falle der Ärztin oder des Arztes. An sie wenden sich beide Gruppen in Gesundheitsfragen am ehesten und hier ist auch das stärkste Vertrauen. Bei der Beratung zum Ausstieg aus dem Tabakkonsum und Präventionsangeboten könnte dieses Wissen um Vertrauensvorsprünge genutzt werden. Es ist davon auszugehen, dass Gesundheitsinformationen, die auf diesem Wege weitergegeben werden, bei den Betroffenen eher Anklang finden.

Alle Informationen zu HINTS Germany: www.hints-germany.de



Text / Foto: STIFTUNG GESUNDHEITSWISSEN