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20190703   IKK classic Kita Weinbergwichtel 03

Weinbergwichtel aus Farsleben sind jetzt Sicherheitskinder

Sonntag, den 7. Juli 2019


Kindergarten führt Präventionsprojekt gegen Gewalt und Missbrauch durch – IKK classic unterstützt Maßnahme mit 720 Euro

Drei Tage lang haben die 24 Kinder aus der Maxi- und der Zwergengruppe vom Kindergarten „Weinbergwichtel“ in Farsleben geübt, wie sie Gefahrensituationen rechtzeitig erkennen und sich effektiv vor drohender Gewalt schützen können. Gemeinsam mit Trainern vom Magdeburger Kinder & Jugend Sicherheits-Team LSA e.V. spielten die 5- bis 6-Jährigen unterschiedliche Situationen durch, lernten dabei die jeweilige Bedrohung einzuschätzen und wirkungsvoll darauf zu reagieren. Zum Abschluss des Projekts am Mittwoch (03.07.2019) überreichte Silke Matthies von der IKK classic jedem Kind eine Urkunde, die es als „Sicherheitskinder“ auszeichnet. Die IKK classic förderte das Projekt im Rahmen ihrer Initiative „Die Kleinen stark machen“ mit 720 Euro.

24 Kinder schreien wild durcheinander. Jedes so laut, wie es kann – und dafür gibt es sogar Lob von der Erzieherin. Was war am Mittwoch (03.07.) bloß los im Farslebener Kindergarten „Weinbergwichtel“? Katharina und Justin vom Magdeburger Kinder & Jugend Sicherheits-Team sind zu Besuch in der Kindertageseinrichtung von der Sozialen Bürgerinitiative Glindenberg gGmbH. Bereits seit Montag führen sie mit den 5- bis 6-Jährigen ein Sicherheitstraining durch und „Schreien üben“ gehört dazu. Heute ist auch ihr Chef Andreas Heilemann zur Unterstützung dabei.

„Die Initiative, im Kindergarten ein Präventionsprojekt gegen Gewalt und Missbrauch durchzuführen, kam von den Eltern unserer Kinder“, erläutert Kita-Leiterin Susanne Rascher. „Gerade die Kinder, die im Sommer auf die Grundschule wechseln und dadurch häufiger ohne Erwachsene unterwegs sein werden, sollten für Gefahren im Alltag und auf dem Schulweg sensibilisiert werden.“ Einen kompetenten Partner mit viel Erfahrung auf dem Gebiet, der das Training altersgerecht durchführen kann, war schnell gefunden: das KiJu-Team aus Magdeburg. Einen Teil der Kosten dafür konnte der Trägerverein der Einrichtung zur Verfügung stellen, für den restlichen Betrag hat sich der Kindergarten bei der IKK classic um Förderung beworben. „Den Tipp hatten wir von der Mutter eines unserer Kita-Kinder bekomme“, erzählt Susanne Rascher.

 
Gute Ideen sollen nicht an mangelndem Geld scheitern

Die IKK classic fördert mit ihrer Initiative „Die Kleinen stark machen“ Kindertageseinrichtungen, die Gesundheitsprojekte umsetzen wollen. „Je früher Kinder lernen, was gesund für sie ist und warum, umso wahrscheinlicher werden sie gesundheitsschädliches Verhalten von selbst vermeiden“, erklärt Silke Matthies von der IKK classic das Engagement der Krankenkasse. „Deshalb liegt es uns am Herzen, dass die Gesundheitskompetenz so früh wie möglich bei ihnen gefördert wird. Wir wollen nicht, dass die Realisierung guter Ideen am mangelnden Geld scheitern.“ Die IKK classic achtet bei den geförderten Projekten darauf, dass die Konzepte nachhaltig angelegt sind und auch die Eltern und das pädagogische Personal miteinbeziehen. Denn die größte deutsche Innungskrankenkasse will mit ihrer Unterstützung Prozesse anstoßen, die bei Kindern gesundheitsbewusstes Verhalten auf Dauer festigen. „Beim Kindergarten Weinbergwichtel wird das vorbildlich umgesetzt“, sagt die IKK classic-Gesundheitsmanagerin. Besonders hebt sie die Mitwirkung der Eltern hervor, die sich beim extra für das Sicherheitstraining organisierten Info-Abend vom KiJu-Team das Programm genau erklären ließen.

Auch im Alltag von Kindern können Gefahren lauern. Darauf müssen sie vorbereitet sein. Sie dürfen dabei aber keine Angst vor Neuem oder Ungewohntem entwickeln. Angst lähmt, schränkt die persönliche Freiheit ein und macht auf Dauer krank. „Meinem Team und mir ist es wichtig, dass wir den uns anvertrauten Kindern ein Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und Orientierung vermitteln“, erklärt die Leiterin die Philosophie ihrer Einrichtung und die des gesamten Kita-Verbunds der Sozialen Bürgerinitiative Glindenberg gGmH. „Wir wollen die Kinder befähigen, sich aktiv mit der Umwelt auseinander zusetzen, kreativ zu sein und sich und ihre Welt immer aufs Neue zu entdecken.“


Gefahr erkennen und schnell handeln

Die Arbeit des KiJu-Teams folgt den gleichen Prinzipien. „Im Vordergrund unseres Sicherheitstrainings für Vorschulkinder stehen das Vermitteln von körperlicher Selbstbestimmung, Selbstsicherheit und das Stärken des Selbstbewusstseins sowie die Gefahrenfrüherkennung“, erläutert Andreas Heilemann das Präventionskonzept. „Durch kompetente Selbstbehauptung in Verbindung mit einfachen, aber wirkungsvollen Selbstverteidigungsstrategien gewinnen die Kinder Handlungssicherheit und erleben ihre eigene Stärke.“ Alle Inhalte werden altersgerecht und spielerisch vermittelt. Durch Rollenspiele und Konfrontationstraining lernen die Mädchen und Jungs bedrohliche Situationen rechtzeitig zu erkennen und bekommen Verhaltensstrategien vermittelt, um schnell und richtig reagieren zu können.

Eine Strategie für den Notfall ist, durch lautes Schreien die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich zu ziehen und so Hilfe zu holen. Und das üben die Kinder – wenn sie das so motiviert und gut machen wie die Weinbergwichtel-Kinder, werden sie eben auch mal von der Erzieherin fürs Krachmachen gelobt. Denn damit zeigen sie, dass sie in den drei Trainingstagen viel gelernt haben und sich jetzt „Sicherheitskinder“ nennen dürfen. Das steht auch schwarz auf weiß auf der Urkunde, die alle Kinder als Anerkennung für ihren Fleiß bekommen haben und auf die alle zu Recht stolz sind.


Foto 1: Demonstration ihrer Lautstärke: Einige der Weinbergwichtel-Kinder mit ihren Urkunden. Im Hintergrund: das KiJu-Team, Silke Matthies von der IKK classic und Erzieherin Simona Wolff. ©IKK classic


Foto 2: Kita-Leiterin Susanne Rascher (li.) und Gesundheitsmanagerin Silke Matthies von der IKK classic. ©IKK classic