veröffentlicht am 24. Februar 2025
Mit den ersten zweistelligen Temperaturen beginnt für Autofahrer die ideale Zeit für einen gründlichen Frühjahrscheck. Schnee, Eis und Streusalz haben in den vergangenen Monaten nicht nur die Nerven, sondern auch Material und Technik beansprucht.
Wer jetzt prüft und nachbessert, sorgt für mehr Sicherheit und beugt teuren Folgeschäden vor.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) hat hierzu einige Tipps parat.
An erster Stelle stehen die Reifen. Als einzige Verbindung zur Straße sind sie maximal sicherheitsrelevant. Steigen die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad Celsius, empfiehlt der AvD auf Sommerreifen zu wechseln. Sie bieten auf trockener und nasser Fahrbahn bessere Haftung und verkürzen den Bremsweg. Winterreifen verschleißen bei Wärme schneller, zudem kann sich der Bremsweg deutlich verlängern. Ganzjahresreifen können ein guter Kompromiss sein. Gerade in der Übergangszeit, dem sprichwörtlichen Aprilwetter, ist man für sich schnell ändernde Situationen gut gerüstet (AvD-Reifentest Ganzjahresreifen 2025). Bei hohen Temperaturen und sportlichen Fahrern bietet der Sommerreifen jedoch die bestmögliche Sicherheit.
Reifencheck empfohlen
Wichtig ist ein prüfender Blick auf die Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter, der AvD rät bei Sommer- und Allwetterreifen jedoch zu mindestens 3 mm. Zur einfachen Kontrolle genügt eine 1-Euro-Münze. Der goldene Rand entspricht der empfohlenen Tiefe. Auch der Reifendruck sollte kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden, denn ein zu niedriger Druck erhöht den Verschleiß und treibt den Kraftstoffverbrauch nach oben.
Der Winter ist außerdem Hochsaison für Batterieprobleme. Kälte schwächt die Starterbatterie erheblich. Gemäß der Pannenstatistik des AvD ist in den Wintermonaten die Ursache „Batterie“ mehr als doppelt so hoch im Vergleich zum Zeitraum April bis September. Wer beim Starten ein träges Durchdrehen des Motors bemerkt oder eine ältere Batterie im Fahrzeug hat, sollte die Spannung überprüfen lassen. Ein kurzer Batterietest in der Werkstatt schafft Klarheit und verhindert böse Überraschungen.
Allzeit gute Sicht
Ebenfalls wichtig ist die Beleuchtung. Streusalz und Feuchtigkeit können Kontakte angreifen, Temperaturschwankungen setzen den Leuchtmitteln zu. Ein kompletter Lichttest ist schnell erledigt und erhöht die Sicherheit deutlich. Gleiches gilt für die Scheibenwischer. Hinterlassen sie Schlieren, sollten die Wischerblätter ersetzt werden. Mit einem geeigneten Sommerzusatz im Wischwasser lassen sich Insektenreste besser entfernen als mit reinem Frostschutzmittel.
Eine gründliche Fahrzeugwäsche inklusive Unterbodenreinigung hilft, Salzreste zu entfernen und Korrosion vorzubeugen. Waschstraßen können dabei bedenkenlos genutzt werden, denn die hochentwickelte Technik schont Blech und Lack. Als Alternative bieten sich Waschparks oder entsprechende Einzelplätze für die Nassreinigung von Hand an. Alle genannten Anlagen bieten überdies den Vorteil, dass mit Schmutzfiltern und Ölabscheidern die Umwelt geschont wird. Viele Kommunen verbieten auch das private Waschen auf Grundstücken und der Straße.
Fußraum und Sitzflächen
Der Innenraum sollte hierbei nicht zu kurz kommen. Vor dem Aussaugen sollten die Fußmatten herausgenommen werden und sollten sie feucht sein, zunächst trocknen. Der Innenraum kann mit Tüchern und entsprechenden Pflegemitteln gereinigt und der Pollenfilter kontrolliert werden. Den Kofferraum bei den Arbeiten nicht vergessen und bei der Gelegenheit unnötigen Inhalt entfernen. Ein sauberer Filter verbessert die Luftqualität, was nicht nur für Allergiker einen Pluspunkt darstellt.
Abschließend empfiehlt der AvD einen Blick auf Ölstand, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit zu werfen, denn Kurzstrecken im Winter belasten Motor und Technik besonders stark. Ein strukturierter Frühjahrscheck kostet wenig Zeit, erhöht aber die Betriebssicherheit deutlich. Wer sein Fahrzeug jetzt sorgfältig vorbereitet, startet entspannt und gut gerüstet in die wärmere Saison.
AvD – Der Automobilclub. Seit über 125 Jahren.
Mit über 125 Jahren Geschichte ist der Automobilclub von Deutschland (AvD) einer der traditionsreichsten und zugleich vielseitigsten Mobilitätsdienstleister des Landes. Seit seiner Gründung im Jahr 1899 setzt sich der AvD für die Interessen einer mobilen Gesellschaft ein und hat die Entwicklung des Automobils von Beginn an aktiv mitgestaltet. Bereits 1904 gehörte der AvD zu den Gründern der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt und war Mitinitiator der AIACR (Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus), aus der später der Weltautomobilverband FIA hervorging. Meilensteine wie die Einführung der ersten Kfz-Versicherung ab 1918 oder die ab 1924 ausgestellte „Bestallungsurkunde für Kraftfahrer“ als Vorläufer des heutigen Führerscheins unterstreichen die Pionierrolle des Clubs.
Auch im Motorsport steht der AvD seit jeher für Kompetenz und Engagement: So organisierte der Club bereits 1926 den ersten Großen Preis von Deutschland auf der legendären AVUS-Rennstrecke in Berlin. Heute verbindet der AvD seine motorsportliche Tradition mit modernen Formaten wie der seit 2022 ausgetragenen AvD Drift-Championship, die vor allem bei jüngeren Motorsportfans wachsende Aufmerksamkeit genießt. Als seit jeher kompetentem Ratgeber für Autofahrer führt der AvD seit 2025 wieder eigene, neutrale Reifentests durch und bietet damit praxisnahe Orientierung für fundierte Kaufentscheidungen. Mit rund 1,5 Millionen Mitgliedern und Kunden bietet der Club ein umfassendes Leistungsspektrum: von der weltweiten Pannenhilfe mit eigener 24/7-Notrufzentrale über internationalen Fahrzeug- und Reiseschutz bis hin zu maßgeschneiderten Versicherungsangeboten. Damit steht der AvD für sichere, zeitgemäße und ganzheitliche Mobilität.
Text / Foto: Automobilclub von Deutschland (AvD)