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Motorsport-News: Sebring (USA): Porsche 911 RSR fährt zum Doppelerfolg, Wright Motorsports zum Klassensieg

Sonntag, den 15. November 2020

Stuttgart. Das Porsche GT Team hat seinen letzten Auftritt in der GTLM-Klasse der IMSA WeatherTech SportsCar Championship mit maximalem Erfolg abgeschlossen. Im hoch dramatischen Zwölfstundenrennen in Sebring feierten der Brite Nick Tandy, Frédéric Makowiecki aus Frankreich und Earl Bamber am Steuer des Porsche 911 RSR mit der Startnummer 911 den Sieg. Der Neuseeländer durfte gleich doppelt jubeln, denn gemeinsam mit seinen Teamkollegen Laurens Vanthoor aus Belgien und Neel Jani aus der Schweiz fuhr er in der Startnummer 912 auf Platz zwei. Die Bilanz des nordamerikanischen Porsche-Werksteams umfasst nach insgesamt 75 Renneinsätzen seit 2014 insgesamt 21 Siege und 56 Podestplätze. In der GTD-Klasse fuhr das Kundenteam Wright Motorsports mit dem Porsche 911 GT3 R auf Platz eins.

Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter Werksmotorsport): „Es ist der Wahnsinn. Besser kann ein Werksprogramm gar nicht beendet werden. Zum Schluss unseres Engagements in der IMSA haben wir drei Siege in Serie auf der Road Atlanta, in Laguna Seca und nun in Sebring gefeiert. Das ist herausragend. Glückwunsch auch an unser Kundenteam Wright Motorsports. Und unseren gleichzeitigen Doppelsieg bei der WEC in Bahrain dürfen wir keinesfalls vergessen. Auch dort konnten wir zusätzlich mit einem Kundenteam einen weiteren Klassensieg feiern. Es war ein unglaublich erfolgreicher Tag für Porsche Motorsport.“

In einem ereignisreichen Zwölfstundenrennen in Florida fiel die Entscheidung um den GTLM-Klassenerfolg erst in den finalen 15 Minuten. Nach der letzten von insgesamt neun Safety-Car-Phasen hatte sich Tandy in den Windschatten des bis dorthin führenden BMW gearbeitet. Kurz nach dem letzten Restart erlitten die Spitzenreiter im dichten Getümmel einiger GTD-Fahrzeuge aufgrund einer Kollision einen Reifenschaden. Tandy übernahm im rund 515 PS starken Porsche 911 RSR die Spitze und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Für den Briten und seinen Teamkollegen Makowiecki war es der dritte Sieg in Serie beim renommierten Langstreckenklassiker in Sebring. Bamber, der beim Saisonfinale der nordamerikanischen Sportwagen-Rennserie in beiden Werksautos zum Einsatz kam, überquerte den Zielstrich mit 9,025 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Das Porsche-Werksteam beendete die letzte Saison mit dem 911 RSR in der GTLM-Klasse auf Meisterschaftsrang drei.

Großen Jubel gab es auch beim Porsche-Kundenteam Wright Motorsports. Werksfahrer Patrick Long, dessen amerikanischer Landsmann Ryan Hardwick und der Belgier Jan Heylen fuhren am Steuer des über 500 PS starken 911 GT3 R mit der Startnummer 16 auf Platz eins. Das starke Fahrertrio ließ sich im intensiven Wettbewerb in der GTD-Klasse weder von zwischenzeitlichem Gripmangel noch von einem unplanmäßigen Wechsel der Bremsen aus der Erfolgsspur bringen. Die Meisterschaft schloss das Kundenteam aus dem US-Bundesstaat Ohio mit einem geringen Rückstand von nur zwei Punkten auf Platz zwei ab.

Das Werksteam hatte sich kurz vor dem Rennen mit einem besonderen Spektakel von den treuen Fans des Porsche 911 RSR verabschiedet. Fünf GTLM-Fahrzeuge der Generationen 2016, 2018, 2019 und 2020 absolvierten in den beliebten Designs von Brumos, Mobil1, Coca-Cola und der besonderen „Thank You“-Abschiedsfolierung drei Runden auf dem legendären Kurs in Florida. Unter großem Jubel der Zuschauer ließen die Fahrer Laurens Vanthoor, Frédéric Makowiecki, Patrick Long, Jonathan Benett und Cooper MacNeil mehrfach die Räder durch- und die Motoren hochdrehen. Bereits am Mittwochabend bedankten sich Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter Werksmotorsport) und Einsatzleiter Steffen Höllwarth im Rahmen eines emotionalen Teamabends bei allen Mitarbeitern der Einsatzmannschaft Core Autosport.

Stimmen zum Rennen

Steffen Höllwarth (Einsatzleiter IMSA Championship): „In bin unwahrscheinlich stolz auf die gesamte Mannschaft. Dieses Wochenende war nicht einfach für uns. Aufgrund des bevorstehenden Abschieds war die Stimmung anders als sonst, aber alle sind damit super umgegangen. Wir waren nicht die Schnellsten im Wettbewerb, aber diejenigen mit den wenigsten Fehlern. Und genau dann passieren solche Dinge. Man ist am Ende plötzlich an der Spitze. Nach drei Siegen in Sebring in Folge würde ich sagen, dass diese Strecke unser Wohnzimmer geworden ist. Jetzt wird gefeiert!“

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #911): „Ich kann es nicht fassen! Es war für Nick und mich der dritte Erfolg bei diesem Zwölfstundenklassiker in Serie. Das ist eine ganz besondere Leistung, die ich niemals vergessen werde. Wir waren heute vielleicht nicht die Schnellsten, aber genau in solchen Momenten werfen wir unsere gesamten Qualitäten in die Waagschale. Wir haben absolut fehlerlos agiert, die Crew hat perfekt gearbeitet und somit haben wir unser Glück quasi erzwungen. Ich bin rundherum glücklich.“

Nick Tandy (Porsche 911 RSR #911): „Unser dritter Erfolg in Serie in Sebring, dazu gleich ein Doppelsieg für Porsche – und das alles beim letzten Auftritt unseres Werksteams. Besser geht es nicht! Unter all den Jubel mischt sich bei mir auch enorme Wehmut. Wir haben in den zurückliegenden Jahren so viele großartige Siege gefeiert, das Team ist mir sehr ans Herz gewachsen. Heute Abend wird richtig gefeiert. Und zwar so ausgelassen, dass wir das Verladen unseres Materials in die Trucks leider auf morgen verschieben müssen.“

Earl Bamber (Porsche 911 RSR #911/#912): „Irgendwie fühlt es sich ganz seltsam an, gleichzeitig als Sieger und als Zweitplatzierter auf das Podium gerufen zu werden. So etwas gibt es nicht alle Tage. Ich habe zum Sieg der Startnummer 911 nur einen kleinen Teil beigetragen, mein Hauptjob waren die Stints in ‚meiner‘ Nummer 912. Unser 911 RSR hatte nie das Tempo des Schwesterautos, aber dennoch haben wir nie aufgegeben. Ein Doppelsieg beim Finale – besser kann ein Abschied aus einer Rennserie gar nicht sein. Das wird für immer in Erinnerung bleiben.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 RSR #912): „Ein solcher Erfolg zum Abschied – etwas Besseres gibt es gar nicht. Das Ergebnis ist für Porsche natürlich ein Traum. Gleichzeitig bin ich auch ein ganz bisschen enttäuscht. Unsere Startnummer 912 war im Rennen nie wirklich bei der Musik. In den Trainings waren wir bärenstark. Daher hatten wir uns gute Chancen auf einen Sieg ausgerechnet. Aber es bleibt ja in der Familie.“

Neel Jani (Porsche 911 RSR #912): „Das war ein perfektes Debüt am Steuer des 911 RSR für mich. Dass ich bei meinem allerersten Rennen gleich an einem Doppelsieg für Porsche beim letzten Werkseinsatz in der IMSA-Serie mitwirken durfte, ist nahezu unglaublich. Dieses Ergebnis gibt mir ein fantastisches Gefühl. Ich bin einfach nur happy!“

Patrick Long (Porsche 911 GT3 R #16): „Zwischendurch haben wir immer Rechenspiele betrieben, weil wir in gewissen Phasen des Rennens tatsächlich auf Meisterschaftskurs lagen. Leider hat es am Ende aber nicht ganz gereicht. An uns hat es nicht gelegen, denn wir haben mit dem Sieg das Maximum herausgeholt. Über diesen Erfolg freuen wir uns. Das nehmen wir mit als Motivationsschub auf dem Weg in die kommende Saison.“

Ergebnis GTLM-Klasse

1. Tandy/Makowiecki/Bamber (GB/F/NZ), Porsche 911 RSR #911, 332 Runden
2. Vanthoor/Bamber/Jani (B/NZ/CH), Porsche 911 RSR #912, 332 Runden
3. Krohn/Edwards/Farfus (FIN/USA/BR), BMW M8 GTE #24, 331 Runden
4. Spengler/De Phillippi/Herta (CDN/USA/USA), BMW M8 GTE #25, 330 Runden
5. Garcia/Taylor/Catsburg (E/USA/NL), Corvette C8.R #3, 323 Runden
6. Gavin/Milner/Fässler (GB/USA/CH), Corvette C8.R #4, 293 Runden

Ergebnis GTD-Klasse

1. Long/Hardwick/Heylen (USA/USA/B), Porsche 911 GT3 R #16, 319 Runden
2. James/de Angelis/Turner (USA/CDN/GB), Aston Martin Vantage, 319 Runden
3. Farnbacher/McMurry/Michimi (D/USA/J), Acura NSX GT3, 319 Runden

Foto: Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#911), Frederic Makowiecki (F), Nick Tandy (GB), Earl Bamber (NZ) © Porsche AG