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Fussball pixabay

Magdeburg-News: Ermittlungen – Jugendtrainer des 1. FC Magdeburg soll Spieler heimlich gefilmt haben


veröffentlicht am Freitag, 6. Juni 2025

Magdeburg. Ein Jugendtrainer des 1. FC Magdeburg soll minderjährige Spieler heimlich beim Duschen und Umziehen gefilmt haben. Nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder. Einem Sprecher zufolge geht es um den Verdacht der Herstellung
jugendpornografischer Inhalte (§ 184b StGB) sowie die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (§ 201a StGB).

Laut Staatsanwaltschaft liegen gegen den Co-Trainer zwei Anzeigen vor. Demnach soll er die Aufnahmen heimlich bei einem Auswärtsspiel im "Stadion der Freundschaft" in Frankfurt/Oder Ende Mai gemacht haben. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hatte er das Telefon in einer Tasche in der Dusche versteckt. Spieler bemerkten das und sprachen den Mann an. Laut Staatsanwaltschaft löschte auch eine Person in dem Raum eine Datei von dem Gerät.

Die Strafanzeigen wurden am 30. Mai in Magdeburg erstattet. Wegen des Tatortprinzips sind Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg für den Fall zuständig. MDR-Informationen zufolge wird derzeit aber die Übernahme des Verfahrens durch die Behörden in Magdeburg geprüft.

Der 1. FC Magdeburg teilte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstagnachmittag (5. Juni) dazu folgendes mit: "Wir haben Kenntnis über einen gravierenden Vorfall im Jugendbereich. Die betroffene Person wurde von ihren Aufgaben freigestellt und wir haben Hausverbot erteilt. Wir haben die Staatsanwaltschaft über den Vorfall in Kenntnis gesetzt und stellen sämtliche uns vorliegenden Informationen zur Verfügung. Zum Schutz unseres Nachwuchses haben wir ein Kinder- und Jugendschutzkonzept entwickelt, das so auch in der täglichen Arbeit umgesetzt wird. Wir bitten im Interesse der betroffenen Jugendlichen ausdrücklich um eine zurückhaltende Berichterstattung."

Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Das heißt, er gilt bis zum gesetzlichen Beweis seiner Schuld als unschuldig.


Text: MDR SACHSEN-ANHALT/Lars Frohmüller/Marcel Knop-Schieback
Symbolfoto: pixabay