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Tempo30 Schild pixabay

Magdeburg-News: Tempo 30 – Landes-Grüne wollen Kommunen brauchen freie Hand für sichere Straßen geben


veröffentlicht am Sonntag, 27. September 2026

Magdeburg. „Tempo 30 ist kein Symbol, sondern konkreter Schutz. Wo Kinder zur Schule gehen, ältere Menschen die Straße überqueren oder Familien im Ortskern unterwegs sind, muss Sicherheit Vorrang haben. Wenn gezielt angeordnetes Tempo 30 schwere Unfälle halbiert, müssen wir den Kommunen den Rücken stärken. Sie kennen die gefährlichen Schulwege, unübersichtlichen Kreuzungen und belebten Ortskerne vor Ort am besten“, erklärt Madeleine Linke, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, zur aktuellen Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer.

Die Untersuchung zeigt: Auf gezielt eingerichteten Tempo 30 Abschnitten innerstädtischer Hauptverkehrsstraßen sank die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten und Getöteten um mehr als die Hälfte. Bei Unfällen mit Verunglückten blieb etwa jeder sechste Unfall aus. Für Linke ist das ein klares Signal an Land und Kommunen: „Wer Verkehrssicherheit ernst nimmt, darf Tempo 30 nicht als bürokratische Zumutung behandeln. Es geht um Kinder auf dem Schulweg, um Menschen mit Rollator, um Radfahrende, um alle, die im Alltag sicher ankommen wollen.“

Die jüngsten Änderungen der Straßenverkehrsordnung und der dazugehörigen Verwaltungsvorschrift geben Städten und Gemeinden mehr Spielraum. Tempo 30 kann an sensiblen Stellen leichter angeordnet werden, etwa an Schulen, Kitas, Spielplätzen, Fußgängerüberwegen, Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Krankenhäusern. Auch Lücken zwischen bestehenden Tempo 30 Strecken können inzwischen auf bis zu 500 Metern geschlossen werden.

„Sachsen-Anhalt sollte diese neuen Möglichkeiten nutzen. Ein Tempo 30 Schild darf nicht an unnötigen Hürden scheitern, wenn es vor Ort Sicherheit schafft. Das Land muss die Straßenverkehrsbehörden in unseren Städten und Gemeinden dabei unterstützen, die bestehenden Spielräume konsequent anzuwenden. Sichere Straßen entstehen dort, wo Verwaltung nicht blockiert, sondern Schutz ermöglicht“, so Linke.

Tempo 30 allein löst nicht jedes Problem. Die Untersuchung macht aber deutlich, dass gezielte Tempolimits ein wirksamer Baustein für sichere Straßen sind. Linke fordert deshalb einen umfassenden Blick auf Verkehrssicherheit: „Wir brauchen sichere Querungen, gute Sicht, klare Straßengestaltung und wirksame Kontrollen. Straßen müssen aus der Sicht der Menschen gedacht werden, die dort zu Fuß, mit dem Rad, mit Kinderwagen oder Rollator unterwegs sind. Nicht das stärkste Fahrzeug darf den Maßstab setzen, sondern der Schutz der Verletzlichsten.“

Ein besonders bemerkenswerter Befund der Studie ist aus Sicht von Linke die Signalwirkung von gezieltem Tempo 30: „Ein Tempolimit verändert nicht nur die Geschwindigkeit. Es verändert die Aufmerksamkeit. Genau das kann im Straßenverkehr über Leben und Gesundheit entscheiden.“

Hintergrund: Die Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer vom 24. September 2026 bezieht sich auf gezielt angeordnete Tempo 30 Abschnitte auf innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen.


Text: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Sachsen-Anhalt
Symbolfoto: pixabay