veröffentlicht am Sonntag, 1. März 2026
Halle/Dessau-Roßlau/Magdeburg. Das Projekt „Familienwerkstatt“ im Halleschen Osten wird ab März 2026 vorerst eingestellt. Grund dafür ist der bislang nicht genehmigte Haushalt der Stadt Halle (Saale), wodurch eine weitere Finanzierung aktuell nicht sichergestellt werden kann.
Die „Familienwerkstatt“ besteht seit 2021 und hat sich in den vergangenen Jahren als verlässliche Anlaufstelle für Menschen mit Migrationsgeschichte etabliert. Das Angebot richtet sich insbesondere an Familien aus Syrien, der Ukraine und Rumänien, die Unterstützung in unterschiedlichsten Lebenslagen in Anspruch nehmen von Fragen zu Behördenangelegenheiten, Bildung und Ausbildung über soziale und familiäre Themen bis hin zur Integration in den Sozialraum.
„Wenn Haushalte nicht beschlossen werden, trifft das nicht abstrakte Zahlen sondern konkrete Familien. Die Familienwerkstatt ist für viele Menschen im Halleschen Osten ein Ort der Orientierung, der Stabilität und der Hoffnung. Dass wir dieses Angebot nun vorerst einstellen müssen, schmerzt uns sehr. Gleichzeitig erwarten wir politische Lösungen, damit gesellschaftlich notwendige Arbeit nicht von Haushaltsverzögerungen abhängig bleibt.“ Mamad Mohamad (Foto), Geschäftsführer LAMSA e.V.
Die Einstellung der „Familienwerkstatt“ bedeutet einen erheblichen Einschnitt für viele Familien im Stadtteil. Gerade für neu zugewanderte Menschen stellt das Projekt eine niedrigschwellige und vertrauensvolle Unterstützung dar, die nun vorerst wegfällt.
Wir bedauern diese Entwicklung sehr und hoffen auf eine zeitnahe Klärung der Haushaltslage, um das bewährte Angebot perspektivisch fortführen zu können.
Über das LAMSA:
Das Landesnetzwerk (LAMSA) vertritt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Derzeit sind 110 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.
Text: Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.
Foto: Alisa Sonntag