veröffentlicht am Mittwoch, 5. November 2025
- Sachsen-Anhalt bietet den besten Zugang zu erschwinglichen und gesunden monatlichen Einkäufen.
- In Thüringen ist es am schwersten, sich gesunde Lebensmittel zu leisten.
- Die monatlichen Kosten für eine gesunde Ernährung mit Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, sowie ohne hochverarbeitete Produkte, liegen durchschnittlich bei 126 Euro pro Person und Monat.
Magdeburg. laut einer Studie sind die Preise für gesunde Lebensmittel im Supermarkt in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen, während ultraverarbeitete Lebensmittel erschwinglicher geworden sind.*
In die Bewertung der
Online-Arztpraxis ZAVA fließen zwei Faktoren ein: die Verteilung der Supermarktketten in Deutschland und die dadurch entstehenden Premiumkosten für dieselben Produkte in teuerern Märkten, sowie das verfügbare Durchschnittseinkommen pro Bundesland, um die Erschwinglichkeit und die Zugänglichkeit gesunder Lebensmittel in Supermärkten zu messen.
Sachsen-Anhalt liegt mit 5,37 von 10 Punkten auf dem positiven letzten Platz. Hier ist die Erschwinglichkeit von gesunder Ernährung am höchsten. In Sachsen-Anhalt liegen die monatlichen Kosten für gesunde Produkte wie Hähnchen, Thunfisch, Gemüse und Haferflocken bei 119,30 Euro im Schnitt, was der niedrigste Wert im Ranking ist. Zwar hat Sachsen-Anhalt auch das niedrigste verfügbare Einkommen bundesweit (966,20 Euro) im Schnitt, aber im nationalen Vergleich sind Produktpreise, gewichtet nach Anteilen der Supermarktketten 5,9 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
In Thüringen ist esm schwersten, sich gesunde Ernährung zu leisten. Die monatlichen Ausgaben für gesunde Lebensmittel, die nicht hochverarbeitet sind, werden hier auf 136,90 Euro pro Person geschätzt. Diese Schätzung beruht auf der Berücksichtigung der Anteile an Rewe, Aldi und Lidl Filialen an der Gesamtzahl der Supermärkte im Freistaat sowie der Durchschnittspreise für Produkte, die eine ausgewogene Ernährung fördern. Die höheren Kosten sind vor allem auf den hohen Anteil an Rewe-Märkten (46,1 Prozent) zurückzuführen, in denen die Preise für dieselben Produkte typischerweise höher sind. Auch die geringere Verteilung an günstigeren Supermärkten würde praktisch höhere Transportkosten pro Einkauf im Schnitt bedeuten, sollten Einkäufer Rewe-Märkte vermeiden wollen. In Thüringen liegen die Preise 8 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig liegt das durchschnittliche verfügbare Einkommen in Thüringen bei nur 993,60 Euro im Monat, was der sechstniedrigste Wert unter den Bundesländern ist. Somit bekam Thüringen in der Gesamtwertung eine Punktzahl von 9,01 von 10, wobei eine höhere Punktzahl eine höhere Schwierigkeit darstellt, sich eine gesunde Ernährung leisten zu können.
Bremen erhielt einen Score von 8,98 von 10 und liegt damit nur knapp hinter Thüringen. Die durchschnittlichen monatlichen Kosten für gesunde Ernährung belaufen sich hier auf 130,60 Euro, was im nationalen Vergleich einem Premium von 3 % entspricht. In der Hansestadt liegt das verfügbare Einkommen bei 966,70 Euro, was der viertniedrigste Wert bundesweit ist, und es dementsprechend bei hohen monatlichen Kosten für gesunde Produkte schwerer macht, gesund einzukaufen.
Die Bedeutung einer gesunden Ernährung im Jahr 2025
Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei der Online-Arztpraxis ZAVA, erklärt dazu: Gesunde Ernährung ist im Jahr 2025 immer wichtiger geworden. Die meisten Beschäftigten in Deutschland gehen einem Bürojob nach** und es ist oft einfacher und schneller, in der Mittagspause und nach der Arbeit zu Fast Food zu greifen, als sich nahrhafte und ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten.
Die dadurch oft entstehende Gewichtszunahme wird dann häufig mit Diäten bekämpft, die selbst allerdings keine ausgewogene Ernährung darstellen und somit einen Gewichtsverlust verlangsamen können. Eine extrem kohlenhydratarme Ernährung kann z.B. zu einem verlangsamten Stoffwechsel und zum Muskelabbau führen, was den Grundumsatz senkt. Dadurch verbrennt der Körper weniger Kalorien und der Abnehmprozess gerät langfristig ins Stocken.
Wir von ZAVA empfehlen daher immer die langfristige Umstellung der Ernährung in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie regelmäßiger Bewegung.***
Zugang zu günstigem gesundem Essen: Die Bundesländer im Vergleich
Quellennachweis:
[
*] CHIP | Schockierende Zahlen: Warum gesunde Lebensmittel immer teurer werden[***] ZAVA | Warum nehme ich nicht ab?
Methode:
- Die Experten der Online-Arztpraxis ZAVA wollten herausfinden, wie erschwinglich gesunde Lebensmitteleinkäufe in den Bundesländern sind.
- Dazu wurden für jedes Bundesland Daten zu den durchschnittlichen jährlichen Brutto- und Nettogehältern erhoben. Von den Nettogehältern wurden dann bundeslandspezifische Daten zu Miete und Fahrtkosten abgezogen, um einen monatlichen Saldo nach wesentlichen Ausgaben zu erhalten.
- Die Anzahl der Supermärkte pro Bundesland wurde durch Overpass Turbo ermittelt. Dabei wird die Live-OpenStreetMap-Datenbank abgefragt. Es werden alle Supermärkte mit shop=supermarket abgerufen. Die Abfrage wurde 16 Mal ausgeführt, einmal pro Bundesland.
- Die Duplikate wurden entfernt, um einen einzelnen Datensatz pro Standort und Kette zu erhalten. Die Felder Marke/Betreiber/Name wurden den Ketten unter Berücksichtigung von Groß- und Kleinschreibung zugeordnet (z. B. Aldi, REWE, Lidl) und Varianten (z. B. „ALDI Süd“, „ALDI Nord“) wurden auf Aldi reduziert.
- Es wurde eine feste, nährwertorientierte monatliche Einkaufsliste erstellt und die Preise von Rewe, Aldi und Lidl erhoben. Rewe bietet einen vollständigen Online-Katalog an. Bei Aldi und Lidl waren viele, aber nicht alle Artikel im Online-Katalog verfügbar. Die verfügbaren Stückpreise wurden direkt verwendet und die fehlenden imputiert. Ein Verhältnis r_aldi = Mittelwert(aldi_i / Rewe_i) und analog r_lidl wurde erstellt, um die Preise von Lebensmitteln mit fehlenden Preisen zu imputieren.
- Ein Bundesland könnte günstig sein, weil viele Aldi-Filialen vorhanden sind (günstigere Kette), oder teuer, weil REWE dominiert (teurere Kette). Wir benötigen eine einzige Zahl, die beides kombiniert. Daher wird der Verbund sowohl auf Bundesland- als auch auf Landesebene berechnet: Kettengewichteter Verbund (Euro) = (w_aldi * aldi_cost) + (w_rewe * rewe_cost) + (w_lidl * lidl_cost)
- Der Aufschlag für ein Bundesland wird wie folgt geschätzt: 100 * (Verbund_Bundesland - Verbund_national)/Verbund_national.
- Der prozentualen Aufschlag wurde in einen Perzentilwert von 0–10 umgerechnet.
- Einschränkung: Die Preisniveaus der Ketten wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst und spiegeln möglicherweise keine saisonalen Schwankungen oder wöchentliche Sonderangebote wider.
- Fehlende Aldi-/Lidl-Artikelpreise werden von REWE über das durchschnittliche Ketten-/REWE-Verhältnis imputiert. Dies setzt eine stabile proportionale Beziehung voraus und kann durch Sonderangebote oder Ausreißer verzerrt sein.
- Etwaige regionale Preisunterschiede innerhalb der Ketten werden nicht erfasst.
- Es wurde eine prozentuale Rangfolge erstellt, um die Bundesländer in eine Rangliste einzuordnen, in der es am einfachsten bis am schwierigsten ist, sich gesunde Lebensmittel zu leisten.
Text: Online-Arztpraxis ZAVA
Symbolfoto: pexels