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Mehr als 500 Anrufe bei Hotline gegen Pflegenotstand

Mittwoch, den 13. Januar 2021

Magdeburg. 560 Anrufe sind seit dem 21. Dezember bei der Hotline gegen Pflegenotstand in Sachsen-Anhalt eingegangen. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit (BA) und das Sozialministerium hatten die Nummer 0345 1332 444 geschaltet, um Einrichtungen der Altenpflege und Behindertenhilfe bei der Suche nach dringend benötigtem Personal zu unterstützen. Unter der Rufnummer können sich Menschen melden, die bereit sind, in von akuten Personalengpässen betroffenen Einrichtungen mitzuarbeiten.

Mit der gemeinsamen Aktion der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt und des Ministeriums sollen betroffene Einrichtungen schnelle Unterstützung erhalten. Vor diesem Hintergrund werden freiwillige gesucht, die sich eine Beschäftigung in der Pflege vorstellen können. „Die ersten Zahlen stimmen positiv und zeigen einerseits, dass wir mit dem Hilfsangebot für die Pflege auf einem guten Weg sind. Andererseits unterstreicht es die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen in einer schwierigen Zeit“, sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne, die eine Verlängerung des Angebots ankündigt. Es gehe nicht um die Vermittlung von Ehrenamtlichen, sondern um zusätzliches Personal, das kurzfristig zur Verfügung stehe. „Ich weiß, dass in der gegenwärtigen Situation die Einarbeitung neuer Kräfte einen zusätzlichen Aufwand für die betroffenen Einrichtungen bedeutet, sehe das jedoch auch als Chance, langfristig die Personalsituation zu verbessern. Aus den bisherigen Rückmeldungen zeichnet sich eine positive Tendenz ab“, so Grimm-Benne. 

Aktuell wird für fast 60 Pflegeeinrichtungen Personal gesucht. Durch die Vermittlung der BA konnten bereits in den ersten drei Wochen 23 Unterstützerinnen und Unterstützer ihre Arbeit aufnehmen und den Personalnotstand lindern. Zudem gibt es Fälle, wo sich Freiwillige auch auf direktem Weg bei den Einrichtungen gemeldet haben.

„Gesucht werden nicht nur Pflegefachkräfte, Pflegehelferinnen und -helfer oder Auszubildende und Studierende verschiedenster Fachrichtungen wie Medizin, Gesundheits- und Pflegewissenschaften. Wir wollen auch Arbeitslose, Menschen in Kurzarbeit und Freiwillige mit anderem beruflichen Hintergrund, wie Friseurinnen und Friseure oder Baumarktverkäuferinnen und –verkäufer ansprechen. Diese können zum Beispiel das vorhandene Fachpersonal bei der Durchführung von Antigen-Tests und der Organisation von Corona-Schutzimpfungen unterstützen und entlasten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeite an der Hotline beraten die Interessentinnen und Interessenten und vermitteln sie an Einrichtungen weiter, die Bedarfe haben. Die Art der Zusammenarbeit und Arbeitsverträge regeln die Einrichtungen und die Freiwilligen dann untereinander“, ergänzt Markus Behrens, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Die von den Agenturen für Arbeit in Sachsen-Anhalt betriebene Hotline ist unter der Rufnummer 0345 1332 444 montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt.