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Gesundheit-News: Die Kleinsten sind besonders gefährdet - Impfungen gegen Blutvergiftungen können Leben retten

11. August 2021

Foto: Eltern sollten ihre Kinderärztin beziehungsweise ihren Kinderarzt frühzeitig auf die unterschiedlichen Meningokokken-Impfungen ansprechen

(djd). Eine bakterielle Blutvergiftung durch Meningokokken ist zum Glück selten, sie kann allerdings innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Die Bakterien werden meist als Tröpfcheninfektion übertragen und sie können neben einer Blutvergiftung (Sepsis) auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.

Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist.

Unspezifische und grippeähnliche Symptome erschweren die Diagnose

Eine Meningokokken-Erkrankung beginnt häufig mit unspezifischen, leicht mit einer Grippe zu verwechselnden Symptomen. Das erschwert die Diagnose in einem frühen Stadium. Es können Fieber, Erbrechen, Schläfrigkeit, Krämpfe sowie bei Babys eine vorgewölbte oder harte Fontanelle – das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten – auftreten. Bei septischen Verläufen kommt es zu Hauteinblutungen, Blutdruckabfall und zum Organversagen.

Bei einem Verdacht sollten Eltern schnellstmöglich mit ihrem Kind die Kinderärztin beziehungsweise den Kinderarzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen. Es zählt jede Minute, denn je eher die Antibiotikum-Therapie begonnen werden kann, desto wahrscheinlicher können schwere Folgeschäden vermieden werden. Bei einer Blutvergiftung kann es zu Vernarbungen, Haut- und Gewebezerstörung kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen. Circa zehn Prozent der Betroffenen sterben trotz intensivmedizinischer Versorgung.

Gegen Meningokokken stehen verschiedene Impfungen zur Verfügung

Solange es Infektionskrankheiten gibt, können wir uns durch Impfungen bestmöglich davor schützen“, betont der Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Horn. Er berät in seiner Praxis viele Eltern über den Schutz vor Meningokokken. Dafür stehen in Deutschland verschiedene Impfungen zur Verfügung. Die Impfung gegen die Meningokokken der Gruppe C ist von der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen. Sie schützt jedoch nicht vor den anderen Meningokokken-Gruppen. Dr. Horn klärt die Eltern daher auch immer über die weiteren Möglichkeiten auf:

Der Impfstoff gegen Meningokokken C wurde als erster Meningokokken-Impfstoff zugelassen; die Forschung der anderen beiden Impfstoffe dauerte länger. Mittlerweile gibt es jedoch auch eine Einzelimpfung gegen Gruppe B sowie eine Kombi-Impfung gegen die Gruppen ACWY. Das ist wichtig, denn Meningokokken B sind aktuell für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y und C.“ Viele Krankenkassen erstatten die zusätzlich möglichen Impfungen auf Anfrage komplett oder teilweise – nachfragen lohnt sich. Mehr Informationen auch unter: https://www.meningitis-bewegt.de/.


Text / Foto: djd/GSK/Andrej Freidich