header-placehodler
MAGDEBURGER-NEWS.DE


image header
image
westernhagen 300dpi

Promi-News: Marius Müller-Westernhagen: Rollenkonflikte

BU: Hätte Marius Müller-Westernhagen dem Wunsch seiner Mutter entsprochen, wäre er Schauspieler geworden. Foto: highgloss.de

21. November 2020

Der Vater des Sängers war ein gebrochener Mann

(cat). Bereits im letzten Jahr kritisierte Marius Müller-Westernhagen Menschen, die darauf aus sind, schnellen Ruhm durch Social Media zu erlangen. Vor allem störe ihn, dass sie sich dabei vom Kapitalismus vor den Karren spannen lassen, ohne dies zu hinterfragen, so der Sänger gegenüber „Bild“. „Wir haben eine ganze Generation, die zum Egoismus erzogen wurde. Junge Menschen wollen heute wie ihre Eltern sein – aber alles noch ein bisschen besser, ein bisschen reicher, ein bisschen angesehener. Social Media hat das Leben zu einem Laufsteg gemacht.“ Es gehe nur noch darum, ein bestimmtes Image zu verteidigen, ist sich Müller-Westernhagen sicher. 

„Das bedeutet auch Konkurrenzdenken. Und Neid. Den Kapitalismus freut das. Das weckt Instinkte, die dazu führen, dass immer mehr konsumiert wird.“ Nun sprach der Künstler mit „Bunte“ über seine eigenen Wurzeln und seine Prägungen, wie etwa das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern. Vor allem der frühe Tod seines Vaters, des Schauspielers Hans Müller-Westernhagen († 1963), war ein alles verändernder Einschnitt in das Leben des damals 15-Jährigen. Marius musste dadurch früh erwachsen werden. Aber die Rolle des Familienoberhauptes wollte der Düsseldorfer als einziger Sohn neben einer Schwester nicht einnehmen. „Meine Mutter habe ich als Kind bedingungslos geliebt. Die Konflikte gingen los mit dem Tod meines Vaters. Meine Mutter begann irgendwann, sich mit anderen Männern zu treffen, was für dich als Kind eine absolute Qual ist“, resümierte Marius, der nie „die Figur des starken Mannes“ vor Augen gehabt habe. „Mein Vater war ein gebrochener Mann, als er aus dem Krieg kam. Er litt an Depressionen, kam tagelang nicht aus dem Bett und hat getrunken.“ 

Während der Musiker seinen Vater als „seinen Seelenverwandten“ bezeichnet, hat der heute in zweiter Ehe mit Lindiwe Suttle verheiratete Wahlberliner zu seiner Mutter immer noch ein zwiespältiges Verhältnis. Westernhagen nahm sogar therapeutische Hilfe in Anspruch, um die Beziehung zu klären. „Ihr wäre wohl lieber gewesen, ich hätte den Hamlet in Remscheid gespielt als in Stadien den Rockstar.“ Es gab auch Phasen, in denen der heute 71-Jährige seine Mutter gehasst habe. Nun empfinde er Liebe für sie. „Das dauert, bis man das begreift, dass die Eltern mitunter auf einem anderen Planeten leben als du selbst. Da muss man freundlich sein, zuhören, aber nicht mehr versuchen, deine Eltern verändern zu wollen.“
...