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Wirtschaft-News: Wirtschaftsrat lobt Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Samstag, den 8. Juni 2019


Wolfgang Steiger: Jetzt sind die rasche Umsetzung und perspektivisch eine Öffnung für Zeitarbeit wichtig

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. lobt das gestern vom Bundestag verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz. „Zehn Jahre lang hat der Wirtschaftsrat für ein transparentes Fachkräfteeinwanderungsgesetz gekämpft, das mehr qualifizierte Zuwanderung ermöglicht“, sagt Generalsekretär Wolfgang Steiger (Foto). „Nur so kann abgewendet werden, dass sich der Fachkräftemangel zur Wachstumsbremse Nr. 1 in Deutschland entwickelt. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass der Bundestag gestern ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hat.“

Ein Wermutstropfen bleibt nach Ansicht des Wirtschaftsrates der Ausschluss der Zeitarbeit aus dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz. „Gerade Mittelständler tun sich schwer damit, im Ausland auf die Suche nach Fachkräften zu gehen“, erklärt Wolfgang Steiger. „Umso wichtiger sind Personaldienstleister, die das übernehmen und Arbeitskräfte dann hier an Mittelständler weiterverleihen. Deshalb sollte so rasch wie möglich ermöglicht werden, dass auch Personaldienstleister Arbeitnehmer aus dem Nicht-EU-Ausland rekrutieren können.“

Die Zahl der offenen Stellen ist auf aktuell rund 1,5 Millionen angestiegen – 20 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Deshalb ist es wichtig, alle Beschäftigungspotenziale im Inland auszuschöpfen, gleichzeitig aber auch mehr qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland nach Deutschland zu lenken. Waren es noch vor einigen Jahren vor allem die MINT-Berufe, in denen Fachkräfte fehlten, so trifft der Arbeitskräftemangel inzwischen die Wirtschaft in ganzer Breite. 

„Uns muss bewusst sein: Der Mangel an Fachkräften ist nicht vorübergehend oder konjunkturell bedingt, sondern dauerhaft und strukturell“, warnt Wolfgang Steiger. „Er wird sich weiter verschärfen, denn bis 2040 wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter voraussichtlich um sechs Millionen sinken. Wir sollten daher auch zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um Fachkräfte im Land zu halten.“ Gerade junge Deutsche im Alter von 22 bis 30 verlassen ihr Heimatland besonders zahlreich – jährlich etwa 8.000-10.000 je Jahrgang. „Gerade für junge, mobile Fachkräfte ist die Steuern- und Abgabenlast oft ein entscheidender Faktor“, sagt Wolfgang Steiger. „Bei der Besteuerung von Alleinstehenden belegt Deutschland zusammen mit Belgien einen unrühmlichen Spitzenplatz. Hier müssen wir dringend besser werden.“