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017 2021 Fortsetzung Kampagne Schnell Schneller Tot Foto

Sachsen-Anhalt-News: Schnell, schneller … tot. Dagegen haben wir etwas! / Kampagne für mehr Verkehrssicherheit wird fortgesetzt

Sonntag, den 25. April 2021

Magdeburg. „Schnell, schneller … tot. Dagegen haben wir etwas!“ ist eine im Jahr 2018 ins Leben gerufene Kampagne der Landespolizei für mehr Verkehrssicherheit. Ziel der Kampagne ist es, überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit im Straßenverkehr zu bekämpfen.

Trotz einer rückläufigen Entwicklung der Unfallursache Geschwindigkeit bei Verkehrsunfällen mit Getöteten und Schwerverletzten im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 450 Fälle (2019: 502), bleibt überhöhte bzw. unangepasste Geschwindigkeit Hauptunfallursache in diesem Bereich. Von den 114 Unfällen mit tödlichem Ausgang im Jahr 2020 waren 35 - und damit fast jeder dritte Unfall - auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Innenminister Michael Richter: „Hinter jeder Unfallzahl verbirgt sich ein persönliches Schicksal. Oft hätte dies verhindert werden können, wären die Regeln des Straßenverkehrs beachtet und eingehalten worden. Mit der Kampagne wollen wir ins Bewusstsein zurückrufen, dass wir rücksichtsvoll miteinander umgehen auch im Straßenverkehr. Als kleine Erinnerung setzt die Polizei auf Kontrollen und Verkehrsüberwachung.“

Mit dem Start der diesjährigen Motorradsaison und den erfahrungsgemäß ab den Monaten April/Mai teils sprunghaft steigenden Verkehrsunfallzahlen der Kradfahrenden, wurde das Motiv der Kampagne „Schnell, schneller …tot. Dagegen haben wir etwas!“ an die Zielgruppe der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer angepasst. So kann man nunmehr landesweit auch Banner und Rollups mit dem Bikermotiv „Schnell, schneller…tot. Jeder tote Biker ist EINER ZUVIEL“ feststellen.

Das angepasste Motiv soll insbesondere die Kradfahrenden sensibilisieren, die Geschwindigkeit den aktuellen Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften des Fahrzeugs anzupassen und somit schwere Verkehrsunfälle zu verhindern. Autofahrenden soll vermittelt werden, dass wieder vermehrt Kradfahrende unterwegs sind.

Regionaler Schwerpunktbereich für Unfälle mit Kradfahrenden in Sachsen-Anhalt ist der Harz. Mit dem Ziel der Senkung der Unfallzahlen bzw. Minderung der Unfallfolgen in diesem Bereich, engagiert sich das Polizeirevier Harz beispielsweise seit Jahren im Rahmen der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion „Sicher durch den Harz“ (https://www.magdeburger-news.de?c=20210423170739&ref=share). Die neuen Banner und Rollups sollen dabei unterstützen.

Hintergrund:

Trotz der im langfristigen Trend sinkenden Unfallzahlen und Unfallfolgen stellt das Verkehrsunfallgeschehen auf den Straßen Sachsen-Anhalts eine Erscheinung im täglichen gesellschaftlichen Leben dar, welche unveränderter Aufmerksamkeit bedarf. Ziel der Öffentlichkeitskampagne „Schnell, schneller …tot. Dagegen haben wir etwas!“ ist die Sensibilisierung der Bevölkerung auf die Gefahren und Folgen von überhöhter/unangepasster Geschwindigkeit sowie die Förderung der Selbstreflektion hinsichtlich des eigenen Fahrverhaltens. Parallel dazu positioniert sich die Polizei Sachsen-Anhalts klar dazu, die Hauptunfallursache schwerer Verkehrsunfälle weiterhin konsequent und entschieden zurückdrängen zu wollen.

Das Ziel der Kampagne ist es:

-   die Verkehrsteilnehmer stärker und nachhaltig für den Risikofaktor „Geschwindigkeit“ und die weitreichenden tragischen Folgen eines darin begründeten Unfalls zu sensibilisieren,

-   ein verändertes Bewusstsein im Fahrverhalten zu erreichen,

-   eine deutliche Verringerung der Unfälle mit schweren Personenschäden zu erreichen, deren Ursache in überhöhter oder unangepasster Geschwindigkeit liegt.

An 1,26 Prozent aller aufgenommen Verkehrsunfälle waren Kradfahrende beteiligt. In 62 Prozent dieser Fälle waren die Kradfahrenden auch Verursacher der Verkehrsunfälle. Als Hauptunfallursachen überwiegen hier Geschwindigkeit und Abstand. Ihr Anteil an allen Schwerverletzten und Getöteten liegt sogar bei 12,23 Prozent.

Elf der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang für Kradfahrende wurden von diesen selbst verursacht. Bei fünf war nicht angepasste Geschwindigkeit zumindest mit unfallursächlich.


Kampagnenfoto: © MI LSA