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Coronavirus: Lagebericht, Aktivitäten und Forderungen der Handwerkskammer Magdeburg

Freitag, den 20. März 2020

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft insgesamt und natürlich auch auf die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Magdeburg sind bereits aktuell erheblich. Das zeigen die vielen Anrufe und E-Mails, die die Handwerkskammer in dieser Woche erreicht haben.

Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe, der in den vergangenen Tagen persönlich mit vielen Obermeistern gesprochen hat, berichtet: „In vielen Handwerken gehört der direkte Kundenkontakt zum Geschäftsmodell, und wenn der wegfällt, wirkt sich das aus. An den Ladentheken und in Cafés und Bäckereien wird es zunehmend ruhiger, weil die Menschen nicht mehr vor die Tür gehen. Wegen stornierter Veranstaltungen werden Cateringaufträge abgesagt, was sich im Lebensmittelhandwerk auswirkt. Bei Friseuren werden verstärkt Termine abgesagt. 

In zahntechnischen Betrieben ist weniger zu tun, weil bei Zahnärzten die Patientenbesuche rückläufig sind. Maler-/Lackiererbetriebe, Betriebe im Bereich Sanitär/Heizung/Klima und andere verzeichnen Umsatzeinbußen, weil die privaten Auftraggeber die Handwerker nicht mehr in ihre Häuser und Wohnungen lassen. Tischler -, Maler - und Metallhandwerk sowie Messebau leiden unter dem Einbruch des Messegeschäfts und unter Auftragsstornierungen. 

Gebäudereiniger leiden unter der Absage von Sport- und Kulturveranstaltungen und der Schließung von Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen. Auch bei industrienahen Dienstleistern und Zulieferern aus dem Handwerk, etwa im Metallbereich, wirkt sich die Corona-Krise bereits negativ aus. Als direkte Zulieferer sind sie auf funktionierende weltweite Lieferketten angewiesen, die durch die Corona-Krise ins Stocken geraten oder ganz gerissen sind.“

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer dankt ausdrücklich allen Handwerkern, die in dieser schwierigen Zeit enorm wichtige Arbeit für die Gesellschaft leisten, das sind unter anderem die Lebensmittelhandwerker, die Gebäudereiniger, die Textilreiniger und die Gesundheitshandwerker.

Die Handwerkskammern hilft mit, das wirtschaftliche Leben - überall dort, wo es verantwortbar möglich ist - aufrecht zu erhalten. „Unser gesamtes Netzwerk ist jetzt auf die Beratung der Betriebe ausgerichtet. Meine Mitarbeiter und ich setzen alle Kraft ein, um Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Handwerk zu helfen“, so Burghard Grupe.

Für von der Corona-Krise betroffene Handwerksbetriebe hat die Handwerkskammer die Hotline 0391 62680 eingerichtet. Sie ist montags bis donnerstags zwischen 7.30 und 16.30 Uhr und freitags zwischen 7.30 und 13 Uhr erreichbar. Falls die Hotline überlastet ist, können Anliegen auch per E-Mail an info@hwk-magdeburg.de übermittelt werden. 

Auf der Internetseite www.hwk-magdeburg.de/corona hält die Handwerkskammer aktuelle Informationen bereit.

Die Handwerkskammer erwartet, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Ausbreitung in den kommenden Wochen weiter zunehmen werden. „Generell ist es so, dass viele Betriebe im Handwerk nur Rücklagen für vier Wochen haben. Dann droht ihnen die Insolvenz. Deshalb ist es jetzt genau für diese kleinen und mittleren Betriebe so wichtig, ihnen sehr rasch und sehr unbürokratisch Liquidität zu verschaffen, damit sie die Krisenzeit überstehen. Denn anders als in der Finanzkrise, als strukturelle grundsätzliche Konjunkturprobleme zu lösen waren, geht es diesmal in erster Linie darum, Überbrückungshilfen bis zum Ende der Epidemiezeit zu leisten, damit die Betriebe dann wieder ohne große Zeitverzögerung mit dem Hochfahren der Produktion beginnen können“, so Burghard Grupe.

Ganz wichtig für Kleinbetriebe und Soloselbständige seien jetzt nicht rückzahlbare Zuschüsse als Soforthilfe. Grupe hat sie diese Woche bei Wirtschaftsminister Willingmann und bei Finanzminister Richter eingefordert. Der Hauptgeschäftsführer lobt das zügige und entschlossene Handeln von Landes- und Bundesregierung zum gegenwärtigen Zeitpunkt. „Erleichterungen bei Kurzarbeit, Liquiditätshilfen, Bürgschaften und Steuerstundungen sind die in dieser Lage angemessene Maßnahmen. In die richtige Richtung gehen auch die Vorhaben im investiven Bereich, der Steuerpolitik und zur Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung. Worauf sich Politik und Wirtschaft aber in jetzigen Situation in jedem Fall noch verständigen sollten, ist ein Belastungsmoratorium der Politik: In dieser Situation darf für die Betriebe wirklich nichts mehr oben drauf kommen – sei es bei den Sozialabgaben, Steuern oder auch administrativ etwa durch neue Regulierungen“, so Burghard Grupe.