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Sachsen-Anhalt-News: Landtag berät über die Einführung einer Amtsarztquote – 192 Bewerbungen für Landarzt-Studienplätze eingegangen

Mittwoch, den 21. April 2021

Magdeburg. „Neben den niedergelassenen Ärzten sind die Gesundheitsämter und der öffentliche Gesundheitsdienst das Rückgrat in der Pandemiebekämpfung. Bei der Prävention und Gesundheitsförderung vor Ort tragen die Amtsärztinnen und Amtsärzte auch zukünftig eine große Verantwortung. Ich gehe davon aus, dass der Landtag in dieser Woche die Amtsarztquote beschließen wird“, so Ministerin Grimm-Benne (Foto). In der Landtagssitzung in dieser Woche soll ein entsprechender Gesetzentwurf beraten werden, mit dem das Land für werdende Amtsärzte ein Kontingent an Medizinstudienplätzen reservieren will. Studierende, die sich erfolgreich auf einen dieser Plätze beworben haben, verpflichten sich dann, nach dem Studium mindestens zehn Jahre im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Vorbild der Einführung der Amtsarztquote ist die in Sachsen-Anhalt erfolgreich eingeführte Landarztquote, mit deren Einführung im vergangenen Jahr Sachsen-Anhalt eine Vorreiterrolle einnimmt. Mit dem Landarztgesetz wurde beschlossen, dass fünf Prozent der Studienplätze im Fachbereich der Humanmedizin für künftige Landärztinnen und -ärzte reserviert werden. Die Studierenden verpflichten sich, nach Absolvierung der Facharztausbildung mindestens zehn Jahre in Sachsen-Anhalt als Hausärztin/-arzt in einer ländlichen Region zu arbeiten.

Auch die mittlerweile zweite Bewerbungsrunde führte zu einer Vielzahl an Bewerbungen. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA), die das Bewerbungsverfahren im Auftrag des Landes durchführt, sind in diesem Jahr 192 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet eingegangen, von denen 129 Bewerberinnen und Bewerber zur Absolvierung des Tests eingeladen wurden und damit am weiteren Verfahren teilnehmen können. Insgesamt werden 20 Studienplätze im Rahmen der Landarztquote vergeben. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 277 Bewerbungen eingereicht. 20 Bewerberinnen und Bewerber haben ihr Studium an einer der beiden Landesuniversitäten Magdeburg bzw. Halle aufgenommen. 

„Die Landarztquote ist ein weiterer Baustein, um die hausärztliche Versorgung in ländlichen Regionen auch weiterhin sicherstellen zu können. Die Vielzahl der Bewerbungen spricht dafür, dass die Einführung der Landarztquote der richtige Weg ist“, so Dr. Jörg Böhme, Vorstandsvorsitzender der KVSA. „Die Erhöhung der Anzahl der Studienplätze für die Landarztquote und für die Humanmedizin insgesamt müssen die nächsten Schritte sein. Die Pandemie zeigt sehr deutlich, wie wichtig eine ausreichende Anzahl an Ärzten ist – nicht nur in den Krankenhäusern, sondern insbesondere auch im ambulanten Bereich. Die ambulant tätigen Ärzte versorgen eine Vielzahl von Corona-Patienten und bilden damit den Schutzwall vor den Kliniken. Ambulant tätige Ärzte besetzen seit über einem Jahr die Fieberambulanzen im Land, testen in den Praxen, impfen in den Impfzentren und seit Anfang April auch in den Praxen.“ Gerichtet an die Bewerberinnen und Bewerber der Landarztquote 2021 sagt Dr. Böhme: „Für das weitere Bewerbungsverfahren wünsche ich Ihnen viel Erfolg! Die Menschen in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts brauchen Sie!“