Veröffentlicht am 30. August 2026
Foto: Geologe Sebastian Rau erklärt, wie aus Niederschlag Mineralwasser wird
(akz-o) Eine Flasche Mineralwasser gehört für viele ganz selbstverständlich zum Alltag. Kaum jemand denkt dabei darüber nach, wie lange es gedauert hat, bis das Wasser in eine Flasche abgefüllt werden kann: oft Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte.
Regen- oder Schmelzwasser versickert im Boden und gelangt nach und nach durch unterschiedliche Gesteinsschichten. „Mineralwasser ist ein absolut natürliches Produkt, das sich nur unter besonderen Voraussetzungen im tiefen Untergrund bilden kann“, erklärt Sebastian Rau, Geologe und Experte für Qualitätssicherung beim SGS Institut Fresenius. Bis sich das Wasser dort in geschützten unterirdischen Vorkommen sammelt, können Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte vergehen.
Die Gesteinsschichten filtern das Wasser auf natürliche Weise. Dabei nimmt es Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Gestein auf. Welche Stoffe es aufnimmt und in welcher Menge, hängt davon ab, durch welche Gesteinstypen das Wasser sickert und wie viel Zeit es dafür braucht.
So erhält jedes der über 500 Mineralwässer hierzulande seine charakteristische Zusammensetzung. „Deutschland ist ein Schlaraffenland für Mineralwasser, jedes davon ist ein Spiegelbild seiner Region mit unterschiedlicher Mineralisation und individuellem Geschmack“, erläutert Rau.
Schutz der Quellgebiete
Damit das natürliche Mineralwasservorkommen langfristig erhalten bleibt, werden Quelle und Einzugsgebiet besonders geschützt. Dabei wird nur so viel Mineralwasser entnommen, wie sich auf natürliche Weise neu bildet. Bevor ein Mineralwasser erstmals in den Handel kommen darf, stehen umfangreiche Analysen mit mehreren hundert Einzeluntersuchungen an. Behörden und unabhängige Labore prüfen unter anderem, ob es ursprünglich rein ist und den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Abgefüllt und sicher verschlossen werden muss Mineralwasser direkt am Quellort. „Es kommt also bei Verbraucherinnen und Verbrauchern so an, wie es in der Natur entstanden ist“, erklärt Rau.
Für den Geologen ist Mineralwasser deshalb „ein von der Natur geschaffenes, einzigartiges Lebensmittel“, das als einziges amtlich anerkannt werden muss und dessen besondere Qualität amtlich bestätigt und überwacht wird. Und wenn es am Ende einfach nur darum geht, den Durst zu löschen? Auch das kann Mineralwasser, so Rau, „ganz prima“.
Text / Foto: AkZ / Verband deutscher Mineralbrunnen/akz-o