veröffentlicht am Samstag, 5. Juli 2025
Magdeburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland Hunderttausende Kinder alliierter Soldaten und einheimischer Frauen geboren. Stigmatisiert und oft ohne Vater aufwachsend, suchen viele bis heute nach ihren Wurzeln. Dr. Sophie Hubbe spricht hierzu mit Nachkommen und stellt ihr neues Buch „Erinnerungen einer ungewünschten Generation. Besatzungskinder und ihre Nachkommen auf der Suche nach den eigenen Wurzeln“ am 7. Juli um 18 Uhr in der Landeszentrale für politische Bildung in Magdeburg vor. Der Eintritt zur Lesung ist frei.
In der Nachkriegszeit wurden in Deutschland Hunderttausende Kinder geboren, deren Väter alliierte Soldaten und deren Mütter einheimische Frauen waren. Diese Besatzungskinder kamen unter sehr unterschiedlichen Umständen zur Welt: aus Liebesbeziehungen, Affären, Versorgungspartnerschaften oder infolge sexueller Gewalt. In der moralisch und gesellschaftlich geprägten Nachkriegszeit waren sie vielfach stigmatisiert, galten als „Kinder des Feindes“ und wuchsen oft ohne Vater auf. Viele begannen im Erwachsenenalter die Suche nach ihren Vätern und Wurzeln, unterstützt von Initiativen und Selbsthilfegruppen. Auch die nächste Generation, die sogenannten Besatzungsenkel, ist oft in diese Spurensuche einbezogen.
Die Historikerin und Autorin Dr. Sophie Hubbe widmet sich in ihrem Buch „Erinnerungen einer ungewünschten Generation“ der Frage, wie sich die Geschichten dieser Familien über die Jahrzehnte hinweg fortgeschrieben haben. Sie beleuchtet, wie Erinnerungen und Narrative innerhalb der Familien weitergegeben werden und welche Rolle das Verschweigen oder Offenlegen dieser besonderen Herkunft spielt.
Auf einen Blick:
Die Lesung und das Gespräch mit Nachkommen zu „Erinnerungen einer ungewünschten Generation“ findet am 7. Juli um 18 Uhr in der Landeszentrale für politische Bildung, Leiterstraße 2, Magdeburg statt. Anmeldung unter
https://eveeno.com/119817201
Der Eintritt ist frei.
Text: Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Symbolfoto: pixabay