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Smartphone AvD 27.05.26

Auto-News: Automobilclub von Deutschland - Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit statt pauschaler Verbote


veröffentlicht am 27. Mai 2026
  • Müdigkeit, Stress und Ablenkung als größte Unfallverursacher
  • Autobahn weiterhin eine der sichersten Straßenarten
  • Gezielte Maßnahmen wirksamer als starre Tempolimits
Der kürzlich veröffentlichte DEKRA-Verkehrssicherheitsreport 2026 macht deutlich, dass der Straßenverkehr trotz moderner Fahrzeugtechnik weiterhin ein Hochrisikobereich bleibt. 
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht im Ergebnis der Studie eine klare Bestätigung, dass Verkehrssicherheit nur durch ein Zusammenspiel aus verantwortungsvollem Verhalten, intelligenter Infrastruktur und moderner Verkehrssteuerung nachhaltig verbessert werden kann.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ereigneten sich 2024 rund 290.700 Unfälle mit Personenschaden in Deutschland. Dabei kamen 2.770 Menschen ums Leben und mehr als 50.000 wurden schwer verletzt. 
Der AvD verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Autobahnen weiterhin zu den sichersten Straßenarten in Deutschland zählen.
Lediglich 6,7 Prozent (19.460) der Verkehrsunfälle mit Personenschaden wurden 2024 auf Autobahnen verursacht, während innerorts 69,6 Prozent und auf Landstraßen 23,7 Prozent registriert sind. Schwieriger gestaltet sich die exakte Ermittlung bei den Getöteten auf Autobahnen (284). Hier müssten nämlich anteilsmäßig Unfälle mit Todesfolge abgezogen werden, die als Suizide im Straßenverkehr (107) gezählt werden. 

Aufgrund einer statistischen Auswertung für die Schweiz und Bayern kann man hochrechnen, dass sich etwa ein Viertel davon auf Autobahnen ereigneten haben müsste. Damit reduziert sich auch dieser Wert auf unter 10 Prozent.
Entscheidend ist nicht allein die Geschwindigkeit, sondern ein zu geringer Abstand, riskante Spurwechsel sowie unangepasstes Verhalten bei hohem Verkehrsaufkommen oder schlechten Wetterbedingungen. Der aktuelle DEKRA-Report hebt zudem hervor, dass Müdigkeit, Stress und Ablenkung zu den größten Risikofaktoren im Straßenverkehr gehören. Studien zufolge steigt das Unfallrisiko durch Schlafmangel erheblich an. Gleichzeitig zeigen moderne Verkehrsbeeinflussungsanlagen, intelligente Warnsysteme und Assistenztechnologien bereits heute positive Wirkungen auf die Verkehrssicherheit.

Wirksame Maßnahmen gefordert
Aus Sicht des AvD sollten deshalb insbesondere intelligente und situationsabhängige Maßnahmen weiter ausgebaut werden. Dazu gehören dynamische Temporegelungen, moderne Verkehrssteuerungssysteme sowie eine bessere Baustellenführung. An besonders sensiblen und unfallträchtigen Orten, wie rund um Kindergärten, Schulen oder Seniorenheime, sollte zudem eine intensivere Verkehrsüberwachung und ein entsprechendes Tempolimit die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen.

Darüber hinaus setzt sich der AvD für verstärkte Investitionen in Fahrsicherheitsprogramme, Aufklärungskampagnen und moderne Fahrassistenzsysteme ein. Verkehrspolitische Entscheidungen müssen faktenbasiert getroffen werden und sowohl Sicherheitsaspekte als auch Verkehrsfluss, individuelle Mobilität und technische Entwicklungen berücksichtigen. Das Ziel ist eine Verkehrspolitik, die Sicherheit erhöht, ohne dabei unnötige starre Einschränkungen einzuführen.

AvD Präsident Lutz Leif Linden: „Verkehrssicherheit entsteht nicht allein durch starre Tempovorgaben, sondern vor allem durch Aufmerksamkeit, Rücksicht und eine an die Situation angepasste Fahrweise. Entscheidend ist, die tatsächlichen Ursachen schwerer Unfälle konsequent anzugehen.“

AvD – Der Automobilclub. Seit über 125 Jahren.
Mit über 125 Jahren Geschichte ist der Automobilclub von Deutschland (AvD) einer der traditionsreichsten und zugleich vielseitigsten Mobilitätsdienstleister des Landes. Seit seiner Gründung im Jahr 1899 setzt sich der AvD für die Interessen einer mobilen Gesellschaft ein und hat die Entwicklung des Automobils von Beginn an aktiv mitgestaltet. Bereits 1904 gehörte der AvD zu den Gründern der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt und war Mitinitiator der AIACR (Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus), aus der später der Weltautomobilverband FIA hervorging. Meilensteine wie die Einführung der ersten Kfz-Versicherung ab 1918 oder die ab 1924 ausgestellte „Bestallungsurkunde für Kraftfahrer“ als Vorläufer des heutigen Führerscheins unterstreichen die Pionierrolle des Clubs.

Auch im Motorsport steht der AvD seit jeher für Kompetenz und Engagement: So organisierte der Club bereits 1926 den ersten Großen Preis von Deutschland auf der legendären AVUS-Rennstrecke in Berlin. Heute verbindet der AvD seine motorsportliche Tradition mit modernen Formaten wie der seit 2022 ausgetragenen AvD Drift-Championship, die vor allem bei jüngeren Motorsportfans wachsende Aufmerksamkeit genießt. Als seit jeher kompetentem Ratgeber für Autofahrer führt der AvD seit 2025 wieder eigene, neutrale Reifentests durch und bietet damit praxisnahe Orientierung für fundierte Kaufentscheidungen. Mit rund 1,5 Millionen Mitgliedern und Kunden bietet der Club ein umfassendes Leistungsspektrum: von der weltweiten Pannenhilfe mit eigener 24/7-Notrufzentrale über internationalen Fahrzeug- und Reiseschutz bis hin zu maßgeschneiderten Versicherungsangeboten. Damit steht der AvD für sichere, zeitgemäße und ganzheitliche Mobilität.




Text / Foto: Automobilclub von Deutschland (AvD)