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Keuchhusten ist längst nicht nur eine Kinderkrankheit – Steigende Fallzahlen auch in Sachsen-Anhalt


Magdeburg, 26. April 2018 – Früher galt Keuchhusten (Pertussis) als „klassische“ Kinderkrankheit. Doch der weitgehende Impfschutz von Kindergarten- und Schulkindern hat dazu geführt, dass in den zurückliegenden Jahren rund zwei Drittel der Keuchhusten-Erkrankungen bei Erwachsenen auftraten. „Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit einigen Jahren, dass Erwachsene bei der nächsten fälligen Tetanus- und Diphtherie-Auffrischung zusätzlich gegen Keuchhusten geimpft werden“, sagt Axel Wiedemann (Foto), Landesgeschäftsführer der BARMER-Krankenkasse in Sachsen-Anhalt. Auch Schwangere und deren Familienangehörige sollten sich impfen lassen, um dem Säugling einen gewissen „Herdenschutz“ zu bieten.

 

„Allerdings ist die Impflücke weiterhin sehr groß: Nur etwa 15 Prozent der Erwachsenen verfügen über eine Keuchhusten-Schutzimpfung. Das dürfte mitverantwortlich für die Zunahme von Keuchhusten in den vergangenen Jahren sein“, sagt Wiedemann. So stiegen die Erkrankungen in Sachsen-Anhalt nach Auswertungen der BARMER von 280 Keuchhustenfällen im Jahr 2015 auf 807 im Jahr 2017.




Starke Zunahme der Fallzahlen seit Jahresanfang

„Dieser Trend setzt sich auch 2018 fort: Landesweit wurden bis Anfang April schon 423 Keuchhustenfälle registriert, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres 153 Fälle waren. Dies ist ein Anstieg um 176 Prozent!“, ergänzt BARMER-Landeschef Wiedemann.

 

Mit 111 Keuchhusten-Erkrankungen seit Jahresanfang ist Halle absoluter Spitzenreiter in Sachsen-Anhalt. Doch die stärkste Zunahme gegenüber dem Vorjahr gab es im Landkreis Stendal (von 1 auf 61 Fälle), im Altmarkkreis Salzwedel (von 5 auf 38 Fälle) und im Burgenlandkreis (von 4 auf 21 Fälle). Andererseits registrierten drei Landkreise rückläufige Keuchhustenzahlen von 2017 auf 2018: Anhalt-Bitterfeld (von 12 auf 6 Fälle), Jerichower Land (von 24 auf 17 Fälle) sowie Salzlandkreis (von 20 auf 15 Fälle).