Veröffentlicht am 08. April 2026
Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Grace Weaver. Prélude“ zeigt das Kunstmuseum Magdeburg die Kulturdoku „Mama. Madonna. Rabenmutter - Mütterbilder heiß umkämpft“ von Janine Renner am Mittwoch, 8. April, um 19 Uhr.
Wie sollte eine Mutter sein? Diese Frage ist heiß umkämpft – im Netz bei der Debatte um Tradwives und Momfluencerinnen, aber auch in der Bildenden Kunst. Das über Jahrhunderte gepflegte Mutterbild in der Kunst hat auch gesellschaftlich unsere Vorstellung von einer „guten Mutter" bis heute geprägt: angefangen bei Maria, der heiligen Mutter Gottes, bis hin zum Ideal des 18. Jahrhunderts. Seitdem hieß es, die Natur sehe die Rolle der Frau als fürsorgliche Mutter vor. Wird diese Rolle jetzt im Netz weiter fröhlich gepriesen? Wie widersetzen sich Frauen dem Erwartungsdruck? In der 3sat-Kulturdoku räumen zeitgenössische Künstlerinnen mit dem Super-Mama-Klischee auf.
In der Ausstellung „Prélude“ ist unter anderem die Serie „Mothers“ zu sehen. In ihren monumentalen Gemälden greift Grace Weaver archetypische Motive von Müttern und weiblichen Körpern auf. Inspiriert von Darstellungen aus verschiedenen Epochen wie antiken Terrakottafiguren, Cranachs Madonnen oder ägyptischen Statuetten zitiert sie bekannte Bildtraditionen. Im Gegensatz zu ihren kunsthistorischen Vorgängerinnen bewegen sich die Frauen auf den Gemälden jedoch nicht in einer Sphäre unantastbarer Schönheit, sondern vermitteln einen zeitgenössischen Zugang zu Identität, Körperlichkeit und weiblicher Erfahrung, der zwischen Selbstschutz und Offenheit changiert.
Die Ausstellung „Prélude“ ist noch bis zum 16. August 2026 im Kunstmuseum Magdeburg zu sehen.
Text // Foto: Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unser Lieben Frauen // 2025 © Studio Rachel Maclean, 3sat, Janine Renner