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Bundeswehr Soldaten Militaer Hubschrauber pixabay

Magdeburg-News: Gefechtsübungszentrum GÜZ in Letzlingen – Öffentliche Hand ja, Tarifbindung nein?


veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juli 2024

Magdeburg. Bereits im Spätsommer 2023 organisierten sich die Beschäftigten der FFG Flensburger Fahrzeugwerke GmbH – Servicecenter Letzlingen in der IG Metall. Die 28 Beschäftigten warten und reparieren im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Rad- und Kettenfahrzeuge der Bundeswehr. Im Winter 23/24 forderte die IG Metall die FFG auf, in Tarifverhandlungen einzutreten, mit dem Ziel der Einführung der Flächentarifverträge des Kfz-Gewerbes im Land Sachsen-Anhalt.

In zwei Verhandlungsrunden wurden wichtige Eckpunkte und Meilensteine zwischen den Tarifparteien festgezurrt. Beide Seiten waren sich einig, zeitnah den Tarifvertrag abzuschließen.

Obwohl ein Weiterbetrieb des Standortes durch die FFG ab 2026 auch schon zu den ersten Verhandlungsterminen nicht sicher war, brachten die aktuellen Entwicklungen jetzt eine Kehrtwende in den Gesprächen: FFG zog die Zusage zur zeitnahen Einführung des Flächentarifvertrages mit der Begründung des Verlustes des Weiterbetriebes und der unsicheren Lage diesbezüglich zurück. „Die Blockade einiger weniger Politiker, das anerkannte und erfolgreiche Betreibermodell durch die Industrie fortzuführen und die Betriebe lieber in die öffentliche Hand zu bringen, verhindert aktuell den Tarifabschluss“, so Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall.

Die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH, welche den Standort ab 2026 wahrscheinlich übernehmen soll, ist selbst aktuell nicht tarifgebunden. Sie befinden sich seit Monaten in Verhandlungen mit Verdi und es waren bereits Warnstreiks notwendig. „Daraus ist zu schließen, dass auch mit der Überführung in die öffentliche Hand, faire und gute Arbeitsbedingungen durch Tarifvertrag stand heute nicht gesichert sind. Mal ganz abgesehen von der Zwischenzeit bis ins Jahr 2026“, so Wente weiter.

Die IG Metall steht zu ihrer Forderung der Einführung der Flächentarifverträge des Kfz-Gewerbes am Standort in Letzlingen. Das Verhalten der Politik, erschwert aber aktuell alle Bemühungen um eine Tarifbindung massiv. „Wir werden als IG Metall alle tarifpolitischen Mittel prüfen, die uns zur Verfügung stehen. Das schließt auch die Störung eines reibungslosen Betriebes des GÜZ mittels Warnstreiks mit ein, sollte es in den kommenden Wochen keine Signale durch FFG geben“, so Wente abschließend.

 
Text: IG Metall Magdeburg-Schönebeck
Symbolfoto: pixabay