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Uniklinik Magdeburg: Großes Interesse am Thema Lebertransplantation - Fortsetzung folgt

Magdeburg, den 22. März 2018

Gründung einer regionalen Kontaktgruppe in Magdeburg

Der bundesweite Patientenselbsthilfeverband "Lebertransplantierte Deutschland e.V." kümmert sich seit 25 Jahren um Fragen und Probleme rund um die Lebertransplantation. Vor kurzem fand zusammen mit Ärzten des Universitätsklinikums nun erstmals eine Veranstaltung des Vereins für Patienten und Angehörige in Magdeburg statt. Aufgrund der großen Besucherresonanz soll es am 24. Mai 2018 eine Fortsetzung geben - auch mit dem Ziel, hier vor Ort eine regionale Kontaktgruppe der Lebertransplantierten zu etablieren.

„Die vielen Besucher und die offenen Gespräche haben uns bestätigt, wie groß das Interesse bei Patienten und Angehörigen an diesem Thema ist. Eine Lebertransplantation ist ein sehr schwerer Einschnitt im Leben“, betont Professor Dr. Roland S. Croner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Magdeburg. „Wir erleben in der Sprechstunde, dass Patienten sich nicht trauen, bestimmte Themen  vorzutragen. Umso hilfreicher ist daher für viele der Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.“

Jeder kann in die Situation – ob durch Krankheit oder Unfall - kommen, auf ein fremdes Organ angewiesen zu sein. Organspende ist im Unterschied zu anderen Staaten in Europa in Deutschland ein brisantes und sehr sensibles Thema. Seit 2012 ist hierzulande ein stetiger Rückgang der Organspendebereitschaft zu verzeichnen. Deutschland ist Schlusslicht in Europa hinsichtlich der Zahl potentieller Organspender, aber bundesweit warten 10 000 Menschen auf ein Spenderorgan. Allein in Sachsen-Anhalt stehen aktuell fast 400 Menschen auf der Warteliste. Viele Experten plädieren für eine Widerspruchsregelung, wie sie in Österreich und Spanien vom Gesetzgeber verabschiedet wurde.

Auch darüber wurde beim Treffen in Magdeburg debattiert, wie es gelingen könnte, mehr Menschen für eine Organspende zu gewinnen. Eine stärkere Unterstützung der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Erfahrungen zeigen, dass sich dies positiv auf die Transplantationsbereitschaft von Patienten auswirken kann.

Dafür plädiert auch Prof. Croner. Er kennt aus seiner fast 20-jährigen Tätigkeit als Transplantationschirurg zahlreiche dramatische Schicksale, weil kein geeignetes Spenderorgan rechtzeitig verfügbar war. In seiner Klinik wurden in diesem Jahr bislang drei Organtransplantationen bei Patienten mit akutem Leberversagen durchgeführt. Sie konnten bereits aus der stationären Behandlung entlassen werden. Prof. Croner: „Wir sind stolz, dass bei allen Patienten, die 2017 eine neue Leber bekommen haben, die Operation und der Heilungsverlauf erfolgreich waren.“ Als Voraussetzung für die äußerst positive Bilanz führt er die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chirurgen, Nephrologen, Gastroenterologen und Radiologen  im Transplantationszentrum der Magdeburger Uniklinik an, die auch eine engmaschige und umfassende Nachbetreuung der transplantierten Patienten einschließt.