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Magdeburg-News: Und heute wieder in den Hörsaal – Medizinischer Sonntag am 1. März

Sonntag, den 1. März 2020

Thema: „Immer mehr Selbstverletzungen – Was kann man als Betroffener und Angehöriger tun?“

Das Thema „Selbstverletzendes Verhalten“ steht aus Anlass des diesjährigen internationalen „Self Injury Awareness Days“ (Tag zur Aufklärung über Selbstverletzendes Verhalten) im Mittelpunkt beim 148. Medizinischen Sonntag heute am 1. März 2020. Die Referenten, Frau Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Dominik Albrecht, Oberarzt und Leiter der Ambulanz für Traumafolgestörungen von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Magdeburg, geben Auskunft über die Hintergründe von selbstverletzendem Verhalten sowie Möglichkeiten, auf dieses zu reagieren und Hilfe für die Betroffenen zu suchen. Es geht vor allem darum, zu informieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, die den Betroffenen zur Verfügung stehen. Beginn ist um 10:30 Uhr im Uni-Hörsaal 1, Gebäude 26 (nähe Uni-Bibliothek) in der Pfälzer Straße. Der Eintritt ist frei.

Nicht nur Kinder- und Jugendpsychiater beobachten in Deutschland eine Zunahme von selbstverletzendem Verhalten in den vergangenen Jahrzehnten, es kann ebenfalls im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen ein Symptom sein. Schätzungsweise 800.000 Menschen in Deutschland haben sich in ihrem Leben mehrmalig selbst verletzt. Verlässliche statistische Angaben über die Häufigkeit von selbstverletzendem Verhalten in Deutschland liegen jedoch noch nicht vor.

Beim selbstverletzenden Verhalten fügt man sich selbst bewusst Schmerzen zu, die nicht selten Spuren in Form von beispielsweise Narben hinterlassen. Es handelt sich dabei nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Symptom einer psychischen Störung. Zu den häufigsten Formen der Selbstverletzungen gehören das Zufügen von Schnittverletzungen mit scharfen Gegenständen, wie mit Messern, Rasierklingen u. ä., meistens an Armen und Beinen, aber auch im Brust- und Bauchbereich. Auch Verbrennungen oder Verätzungen können Ausdruck von Selbstverletzungen sein. Besonders Jugendliche mit psychischen Störungen oder einer Vielzahl sozialer Probleme gehören zu den Risikogruppen und können selbstverletzendes Verhalten entwickeln. Auch ältere Menschen können betroffen sein.

Die Referentin, Frau Saskia Thérèse Schirmer, wird in Ihrem Vortrag über die Funktion von selbstverletzendem Verhalten als Bewältigungsstrategie sprechen. Nach einer anschließenden Lesung über Eindrücke und Erfahrungen von Betroffenen wird Oberarzt Dominik Albrecht über „Selbstverletzendes Verhalten bei psychiatrischen Erkrankungen - Bedeutung und Prävention“ informieren. Ziel ist es, nicht nur die Ursachen, Bedeutung und Prävention zu erläutern, sondern auch für Selbstverletzungen zu sensibilisieren. Bewusstsein führt zu Verständnis und Einfühlungsvermögen, verbannt Urteil und Angst und reduziert die Anzahl der Menschen, die sich allein fühlen und meist unbemerkt leiden.

Der Medizinische Sonntag – eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Urania, Volksstimme und Universitätsmedizin Magdeburg – beginnt um 10.30 Uhr im Uni-Hörsaal 1, Gebäude 26 (Nähe Uni-Bibliothek) in Magdeburg der Pfälzer Straße. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. 

Der Eintritt ist frei.

Foto: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Quelle Foto Fuchs, Magdeburg) Dominik Albrecht, Oberarzt und Leiter der Ambulanz für Traumafolgestörungen von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Magdeburg (Quelle: Privat)