header-placeholder


image header
image
Scham KI 25.05

Gesundheit-News: Für mehr Wohlbefinden und Vertrauen - Schuld und Scham - wie wir mit Fehlern umgehen


veröffentlicht am 25. Mai 2025


Bad Saulgau, Mai 2025. Ob das vergessene Geburtstagsgeschenk, die verpasste Deadline im Job oder ein zu scharfes Wort im Streit – kleinere sowie größere Fauxpas gehören zum Alltag. Und doch reagieren einige Menschen mit heftiger Selbstkritik, die Schuldgefühle oder Scham auslöst. 
„Dabei sind Fehler ein natürlicher Teil unserer persönlichen Entwicklung“, erklärt Dr. Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos. „Entscheidend ist nicht, ob wir etwas verkehrt machen, sondern wie wir anschließend damit umgehen.“

Sich Misserfolge verzeihen
Viele Menschen neigen dazu, sich nach einem Fehler zu verurteilen oder sich zurückzuziehen. „Schuldgefühle entstehen oft dann, wenn man glaubt, gegen eigene Werte oder Erwartungen anderer verstoßen zu haben. Scham hingegen betrifft mehr das Gefühl, als Person versagt zu haben – sie kann tiefgreifender und lähmender wirken“, weiß der Facharzt. Gerade im familiären oder beruflichen Alltag gibt es oftmals Momente, in denen diese Emotionen auftreten: Sei es bei einer jungen Mutter, die sich überfordert fühlt, ihr Kind anschreit und sich später fragt, ob sie deshalb eine schlechte Mutter ist; oder bei einem Teamleiter, der in einer Präsentation falsche Zahlen nennt und daraufhin tagelang an seiner Kompetenz zweifelt. „Statt sich in Selbstvorwürfen zu verlieren, ist es hilfreicher, sich den Fehler einzugestehen und daraus zu lernen“, sagt Dr. Häfner.

Vom Fehltritt zum Fortschritt
Reflexion, offene Kommunikation und Mitgefühl – mit sich selbst und anderen – sind Schlüsselkompetenzen im Umgang mit Fehlern. „Wer etwas falsch gemacht hat, sollte sich fragen: Würde ich mit einer guten Freundin oder einem Freund genauso streng ins Gericht gehen? Oftmals hilft dieser Perspektivwechsel, milder mit der eigenen Person umzugehen. Zwar ist es wichtig, sich die eigenen Fehler einzugestehen und Verantwortung zu übernehmen – doch ohne dabei die Fehltritte als unverzeihliches Versagen zu werten“, so Dr. Häfner. Ebenso empfiehlt es sich, offen über die eigenen Missgeschicke zu sprechen – denn das entlastet und schwächt das Gefühl der Scham. Auch die Frage „Was kann ich künftig anders machen?“ ist sehr heilsam, denn sie lenkt den Blick nach vorn und ermöglicht neue Handlungsspielräume. 

„Misserfolge sind unvermeidlich, doch sie können der Anfang von positiver Veränderung sein“, betont Dr. Häfner und plädiert für einen gesellschaftlichen Wandel: „In einer Leistungsgesellschaft, die auf Erfolg und Effizienz getrimmt ist, mangelt es oft an Raum für einen ehrlichen Umgang mit Scheitern. Wir brauchen eine neue Fehlerkultur – in Familien, Schulen und Unternehmen. Denn wo Menschen Schwächen zeigen dürfen, entsteht echtes Vertrauen. Und genau das stärkt langfristig unsere psychische Gesundheit.“

Mit Unterstützung ans Ziel
Vor allem Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden oft unter sehr ausgeprägten Schuld- und Schamgefühlen. Der Facharzt erläutert: „Besonders stark ausgeprägt sind die beiden Emotionen unter anderem bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), beispielsweise in Form von Überlebensschuld oder des irrtümlichen Gefühls, für erlittene Gewalt selbst verantwortlich zu sein. 

Auch Menschen mit Essstörungen erleben oft intensive Scham bezüglich ihres Körpers oder ihres Essverhaltens sowie Schuldgefühle nach Essanfällen oder dem ‚Verstoß‘ gegen eigene Ernährungsregeln. Bei einer sozialen Phobie dominiert meist die Angst, sich in Gesellschaft zu blamieren, begleitet von Schuldgefühlen, wenn das vermeintlich passiert ist.“ Dr. Häfner rät: „Bei diesen Krankheitsbildern empfiehlt sich meist eine Psychotherapie. Sie hilft dabei, ein gesundes Maß an Schuld- und Schamgefühlen zu entwickeln und somit den ausgeprägten Leidensdruck zu reduzieren.“
Weitere Informationen unter www.klinik-a-s-moos.de



Text / Foto: Borgmeier Public Relations / Magdeburger-News – KI-generiert