veröffentlicht am Donnerstag, 18. Dezember 2025
- Aktuelle Arbeitsmarkt-Studie zeigt: Viele Jobsuchende brechen ihre Bewerbung ab, wenn Arbeitgeber auf Anschreiben, Foto oder Zeugnisse bestehen
Berlin/Magdeburg. Jeder dritte Kandidat bricht die Bewerbung früh wieder ab, wenn der Arbeitgeber formelle Hürden in seine Stellenanzeigen schreibt. Das zeigt eine aktuelle Studie der KÖNIGSTEINER Gruppe für die das Marktforschungsinstitut bilendi mehr als 1.000 Bewerbende zu ihrem Umgang mit Stellenanzeigen befragte. Demnach haben bereits 37 Prozent der Jobsuchenden mindestens einmal eine Bewerbung abgebrochen, weil der ausschreibende Arbeitgeber ein Anschreiben als Bewerbungskriterium in die Stellenanzeige aufnahm. Auch weitere formale Anforderungen wirken bereits bei der Lektüre der Stellenanzeige auf viele abschreckend: Ein Drittel (33 Prozent) berichtet beispielsweise davon, eine Bewerbung wieder verworfen zu haben, weil entweder Arbeitszeugnisse oder ein Bewerbungsfoto in Stellenanzeigen als Anforderung für die Bewerbungsunterlagen aufgeführt wurden. Weitere 30 Prozent der Befragten verzichteten während einer ihrer Jobsuchen zudem, weil schlicht kein persönlicher Ansprechpartner genannt wurde.
Sprachstil in Stellenanzeigen ist aus Bewerbersicht verbesserungswürdig
Widersprüchlich fällt die Bewertung digitaler Bewerbungswege aus. So haben sich bereits mehr als ein Drittel von ihnen (34 Prozent) schon mindestens einmal gegen eine Bewerbung entschieden, weil in der Stellenanzeige zu einer Bewerbung via Bewerbermanagement-System aufgefordert wurde. Auf der anderen Seite verzichteten aber auch schon 30 Prozent deshalb auf ihre Bewerbung, weil genau eine solche Bewerbungsmöglichkeit in der Stellenanzeige fehlte.
Neben derartigen formellen Hürden, die viele Kandidaten stören, macht die Studie deutlich, dass viele
Bewerber Zweifel an der Qualität von Stellenanzeigen äußern. 57
Prozent der Befragten empfinden die Formulierungen in vielen Stellenanzeigen als zu allgemein. Rund ein Drittel (34 Prozent) kritisieren darüber hinaus den unspezifischen Sprachstil, während 39 Prozent monieren, dass die Arbeitgeberleistungen zu vage beschrieben werden. Die Konsequenzen, die die Bewerbenden aus ihrer Kritik ziehen, sind eindeutig: So haben fast zwei Drittel (65 Prozent) von ihnen schon mindestens einmal auf eine Bewerbung verzichtet, weil sie eine Stellenanzeige als schlecht empfanden. 19 Prozent sind in dem Fall sogar so frustriert, dass sie den kompletten Arbeitgeber langfristig ausschließen.
Bewerbervorschlag: Stellenanzeigen in fünf Sätzen
Wenn es darum geht, wie Arbeitgeber ihre Stellenanzeigen verbessern könnten, haben die Kandidaten klare Vorstellungen: Sie wünschen sich kürzere Stellenanzeigen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten sind überzeugt, dass kürzere und prägnantere Anzeigenformate die Qualität von Stellenanzeigen verbessern würden. Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) befürchtet dadurch Nachteile. Besonders hoch im Kurs steht dabei ein komprimiertes Format, das die wichtigsten Eckpunkte in rund fünf Sätzen zusammenfasst. 46 Prozent der Bewerber würden eine solche Kurzform als völlig ausreichend erachten, weitere 30 Prozent halten sie zumindest dann für geeignet, wenn die Inhalte auf den Punkt formuliert sind. Lediglich 23 Prozent empfinden das Format als zu knapp.
Welche Informationen dabei keinesfalls fehlen dürfen, ist für viele ebenfalls klar umrissen: Eine konkrete Aufgabenbeschreibung ist für 87 Prozent unverzichtbar, gefolgt von den fachlichen Anforderungen (75 Prozent). Auch Angaben zu Gehalt oder Gehaltsrahmen (65 Prozent) sowie zum Arbeitsort (61 Prozent) gehören für viele zwingend dazu. Interessant: Benefits werden dagegen als weniger entscheidend betrachtet. Diese halten nur etwas mehr als ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) für notwendig.
Über die Studie
Für die Studie „Stellenanzeigen 2025“ befragte das Kölner Marktforschungsunternehmen bilendi im Auftrag der KÖNIGSTEINER Gruppe im September 2025 bundesweit 1.028 berufstätige Arbeitnehmer aller Altersstufen, die in den vergangenen zwölf Monaten in mindestens einem Bewerbungsverfahren gestanden haben. Das Durchschnittsalter lag bei 43,5 Jahren, 48 Prozent der Befragten waren Männer, 52 Prozent Frauen.
Über KÖNIGSTEINER
Bereits seit 1967 steht die KÖNIGSTEINER Gruppe für ganzheitliche HR-Beratung und ist einer der Pioniere für Personalmarketing. Mit seinen Kreativ- und Digital-Sparten hat das Unternehmen längst den Schritt zu einer digitalen HR-Beratung für erfolgreiche Personalsuche vollzogen. Ausgehend von sechs Unternehmensstandorten deckt die KÖNIGSTEINER Gruppe die gesamte Palette des Personalmarketings ab, von der klassischen Annonce bis hin zu nachhaltigen Employer-Branding-Konzepten und Programmatic-Marketing-Kampagnen. Als eine der wenigen großen Personalmarketing-Agenturen verfolgt die KÖNIGSTEINER Gruppe den digitalen Erfolgsweg und erreicht mit "Data Driven Recruiting" und modernen Performance-Onlinemarketing-Methoden nahezu alle potenziellen Kandidaten, die sie im Anschluss mit suchenden Arbeitgebern zusammenbringt.
Text: KÖNIGSTEINER/HR Präsenz
Symbolfoto: pexels