veröffentlicht am Montag, 10. November 2025
Magdeburg. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. begrüßt den angekündigten Prozessbeginn am heutigen Montag, 10. November, gegen den Attentäter vom Magdeburger Weihnachtsmarkt. Mit der juristischen Aufarbeitung beginnt ein notwendiger, aber auch schmerzhafter Schritt für alle Betroffenen, Hinterbliebenen und die gesamte Stadtgesellschaft.
„Der Prozess ist wichtig für Gerechtigkeit und Aufklärung“, erklärt Geschäftsführer Mamad Mohamad. „Gleichzeitig blicken wir mit großer Sorge auf die kommenden Monate. Wir befürchten, dass Menschen mit Migrationsgeschichte erneut zur Zielscheibe von Anfeindungen und Gewalt werden könnten, obwohl die Tat nach allem, was bekannt ist, aus rechtsextremistischer Motivation heraus geschah.“
Zivilgesellschaftliche Beratungsstellen dokumentierten bereits 2024 einen deutlichen Anstieg rassistisch motivierter Übergriffe in Sachsen-Anhalt. Mit dem Prozessbeginn und der erneuten medialen Aufmerksamkeit steigt das Risiko weiterer Instrumentalisierung.
LAMSA appelliert eindringlich an die Zivilgesellschaft, Politik und Medien: „Wir müssen wachsam sein. Lassen wir nicht zu, dass dieser Prozess für rassistische Narrative missbraucht wird. Wer jetzt pauschale Schuldzuweisungen gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte tätigt, erfüllt genau die Logik solcher Taten: Spaltung, Entmenschlichung, Angst.“
„Würde, Sicherheit und Teilhabe stehen allen zu“, betont Mamad Mohamad. „Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam mit allen Menschen guten Willens in Magdeburg und darüber hinaus. Die juristische Aufarbeitung muss von gesellschaftlichem Zusammenhalt begleitet werden, nicht von Hass.“
Über das LAMSA:
Das Landesnetzwerk (LAMSA) vertritt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Derzeit sind 120 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.
Text: Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.
Symbolfoto: pixabay