veröffentlicht am Mittwoch, 26. Februar 2025
Halle/Magdeburg. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. zeigt sich angesichts des großen Vorsprungs der AfD gegenüber allen anderen Parteien bei der Bundestagswahl nicht überrascht. Hier wird eine gesellschaftliche Entwicklung erneut zementiert, die sich in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Immer mehr Menschen zeigen auf der Straße offen ihren Rassismus. Das wird sowohl in den Beratungsprojekten gegen Rassismus erfasst, als auch aus direkten Rückmeldungen von Menschen mit Migrationsgeschichte in ganz Sachsen-Anhalt berichtet.
Elena Herrmann, Vorstandsvorsitzende des LAMSA dazu: „Wir lassen uns Sachsen-Anhalt nicht wegnehmen. Wir haben ein Recht, in diesem Bundesland eine Zukunft zu haben, hier zur Schule zu gehen, zu arbeiten und in Würde alt zu werden, solange das Grundgesetz hier gilt. Dabei sind alle demokratischen Parteien verpflichtet, gemeinsam die Werte der freiheitlich demokratischen Grundordnung aktiv zu verteidigen.“
Mamad Mohamad, Geschäftsführer, ergänzt zudem: „Es ist Zeit, dass wir die Stimmungsmache des Rechtspopulismus durchbrechen. Dort, wo ein hoher Migrationsanteil in der Bevölkerung besteht, entfaltet sich Rechtsextremismus schlecht. In Sachsen-Anhalt gewinnt die AfD haushoch in Landkreisen mit ein paar tausend Menschen mit Migrationsgeschichte. Wir Migrant[...]en sind nicht das Problem, sondern der fehlende Widerstand gegen rechtsextreme Politik.“
Die Antwort auf die Niederlage der Demokratie wären mehr Investitionen in den sozialen Zusammenhalt, demokratische Bildung und Inklusion aller Menschen, um die Lebenswirklichkeit vor Ort zu verbessern. „Das vom demografischen Wandel arg gebeutelte Land kann nur mit gemeinsamer Anstrengung unterschiedlicher Personengruppen seine Zukunft lebenswert gestalten“, so Mohamad abschließend.
Über das LAMSA:
Das Landesnetzwerk (LAMSA) vertritt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiterer Migrantenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Derzeit sind 110 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.
Text: Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.
Foto: Alisa Sonntag