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Willingmann Armin    MWU Harald Krieg

Magdeburg-News: Sachsen-Anhalt hat Weichen zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels gestellt


veröffentlicht am Donnerstag, 20. Juni 2024

Magdeburg. Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann (Foto) hat in dieser Woche für 100 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst am Staatlichen Seminar für Lehrämter in Magdeburg eine Festrede anlässlich der Zeugnisübergabe gehalten. „Der Lehrkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen, vor denen das deutsche Bildungssystem derzeit steht“, sagte Willingmann. Mit Blick auf die Magdeburger [...] Absolventen betonte er: „Sie sind ein wesentlicher Teil der Lösung dieses Problems. Ihre Entscheidung, den Lehrberuf zu ergreifen, ist nicht nur eine persönliche Berufung, sondern auch ein wichtiger Beitrag für die Fortentwicklung unserer Gesellschaft.“

Weiter erklärte der Wissenschaftsminister, dass das Land wichtige Weichen zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels gestellt habe. „Unsere Universitäten leisten einen großen Beitrag zur Reduzierung des Lehrkräftemangels. Seit 2016 haben wir die Zahl der Lehramtsstudienplätze schrittweise von 800 auf nunmehr 1.200 erhöht. Darüber hinaus qualifizieren die Universitäten in Halle und Magdeburg auch Seiteneinsteiger für den Schuldienst weiter. Mit dem praxisintegrierten Lehramtsstudium, das wir im kommenden Wintersemester als Modellprojekt an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg einführen, werden wir zudem einen neuen innovativen Weg einschlagen, um junge Menschen für das Lehramt in Sachsen-Anhalt zu begeistern.“

Der Vorbereitungsdienst ist nach dem universitären Studium die zweite Phase der Lehramtsausbildung und dauert in Sachsen-Anhalt 16 Monate. Er schließt mit der Laufbahnprüfung für ein Lehramt ab. Neben Bewerbern mit einem Lehramtsabschluss steht der Vorbereitungsdienst in Sachsen-Anhalt auch Seiten- sowie Quereinsteigenden ohne lehramtsbezogenen Hochschulabschluss offen. Neben der Tätigkeit in der jeweiligen Schule erfolgt die Ausbildung während des Vorbereitungsdienstes am Seminarstandort in Magdeburg für die Lehrämter an Grundschulen, Sekundarschulen, Gymnasien, Förderschulen und berufsbildende Schulen oder am Seminarstandort in Halle für die Lehrämter an Grundschulen, Sekundarschulen, Gymnasien und Förderschulen. Aktuell hat das Land 800 Referendare eingestellt, 300 davon am Standort Magdeburg.


Bewerbung für praxisintegriertes Lehramtsstudium noch bis zum 15. Juli 2024 möglich

Mit Beginn des kommenden Wintersemesters 2024/25 werden an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Studierende erstmals im Rahmen eines praxisintegrierten dualen Studienmodells zu Lehrerinnen und Lehrern ausgebildet. Diese Ausbildung beginnt mit einem Bachelorstudiengang Lehramt an Sekundarschulen und soll eine frühzeitige Verzahnung von theoretischem Wissen und Schulpraxis ermöglichen und dadurch die Ausbildung von Lehrkräften für Sekundar- und Gemeinschaftsschulen im Land Sachsen-Anhalt grundlegend stärken. An den Bachelorstudiengang schließt sich ein mit dem Vorbereitungsdienst verzahnter praxisintegrierender Masterstudiengang an.

Für den ersten Durchlauf sind für den Bachelor- sowie den anschließenden Masterstudiengang zunächst jeweils 30 Studierende vorgesehen. Für den Quereinstiegsmaster sind ab dem Wintersemester 2025/2026 zusätzlich 20 Studienplätze pro Jahrgang geplant. Bereits während des Bachelorstudiums wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die gemäß Richtlinie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für duale Bachelor- und Masterstudiengänge aktuell 1.400 Euro beträgt. Bewerben können sich Studieninteressierte für die Fächerkombinationen Deutsch mit Ethik, Chemie oder Technik sowie Mathematik mit Chemie, Physik oder Technik. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2024. „Die Mischung aus kontinuierlichem Kompetenzaufbau, enger Verzahnung von universitärer Ausbildung und schulischer Praxis sowie frühzeitiger Bindung an die künftigen Schulen kann zum Erfolgsmodell werden“, so Willingmann.


Text: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
Foto: MW/Harald Krieg