veröffentlicht am Samstag, 13. Januar 2024
Magdeburg. Nach den jüngsten Berichten über das gemeinsame Treffen von Rechtsextremen mit Politiker und Unternehmen in Potsdam, bei dem ein Masterplan der Remigration besprochen worden sein soll, sind die Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt zutiefst bestürzt. Dies sei angesichts der zunehmenden Stärkung der AfD auch nicht überraschend, teilen die Vertreter des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e. V. mit.
"Integration und Teilhabe sind keine Garantie dafür, dass sich die Gesellschaft anständig benimmt", sagt Mamad Mohamad (Foto), Geschäftsführer des LAMSA, und stellt einen „vergifteten Zusammenhalt und eine tiefgehende Spaltung der Gesellschaft“ fest. Elena Herrmann, Vorstandsvorsitzende des Landesverbands, ergänzt: "Diese Entwicklungen verursachen Ängste und Verunsicherung bei vielen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund".
Mittlerweile haben fünfundzwanzig Prozent der in Deutschland lebenden Menschen eine eigene oder familiäre Migrationsgeschichte. Diese Personengruppe müsse mit Deportation oder rassistischen Anfeindungen wie Angriffen rechnen, kämen die Teilnehmer[...] des Potsdamer Geheimtreffens an Machtpositionen und würden ihren Remigrationsplan in die Tat umsetzen. „Wir brauchen ein gesellschaftliches Versprechen, das ein "Nie wieder!" garantiert“, so Herrmann weiter.
„Politische Klimaveränderungen können tatsächlich Menschen dazu bewegen, eine Region zu verlassen, insbesondere wenn sich eine feindselige Atmosphäre gegenüber Zugewanderten oder Migrant[...]en entwickelt“, sagt Aram Badr, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes. Die aktuelle demografische Entwicklung bedarf einer unmissverständlich gegenteiligen Tendenz, um die immensen Schäden für Gesamtgesellschaft abzuwenden.
Als eine Organisation, die sich für Toleranz und Vielfalt einsetzt, verurteilt das LAMSA e.V. jegliche Form von rassistischen und rechtsextremen Ideologien und ruft die demokratischen Akteure und Mandatstragenden zu einem entschiedenen Handeln gegen derartig radikal extremistische Tendenzen auf!
Über das LAMSA: Das Landesnetzwerk (LAMSA) wurde im Jahr 2008 gegründet und vertritt seither die politischen, wirtschaftlichen und sozialen, sowie kulturellen Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte auf Landesebene. Es versteht sich als deren Fürsprecher und steht gegenüber der Landesregierung, allen migrationspolitisch relevanten Verbänden, Institutionen und weiteren Migrant*innenorganisationen in anderen Bundesländern als Ansprechpartner zur Verfügung. Im März 2014 gründete LAMSA einen gemeinnützigen Verein. Derzeit sind 110 Organisationen und Einzelpersonen unterschiedlicher Herkunft, kultureller Prägung sowie religiöser Zugehörigkeit im LAMSA vertreten.
Text: Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.
Foto: Alisa Sonntag