veröffentlicht am 9. Juli 2025
Foto: Prof. Dr. Timo Wollmershäuser
Nimmt die Bundesregierung private Haushalte und Teile der Wirtschaft von der Stromsteuersenkung aus, hat dies zwar negative Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland, allerdings nur in begrenztem Umfang.
Das geht aus aktuellen Berechnungen des ifo Instituts hervor. „Wenn die Stromsteuersenkung für private Haushalte nicht umgesetzt wird, entfallen Entlastungen von gut 5 Milliarden Euro, was die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem und im nächsten Jahr nach unserer Schätzung um insgesamt 0,1 Prozentpunkte mindern wird“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen.
Schwieriger zu quantifizieren sind die negativen Wachstumseffekte durch Vertrauensverlust. In den vergangenen Monaten hat sich die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmern verbessert, ihre Unsicherheit hat abgenommen. Dies dürfte auch mit der Hoffnung zusammenhängen, dass die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden und so die Konjunktur ankurbeln. „Sollten sich diese Erwartungen nicht erfüllen und die Unsicherheit wieder zunehmen, werden Haushalte und Unternehmen ihre Konsum- und Investitionsausgaben verschieben“, so Wollmershäuser weiter. Dies dürfte die konjunkturelle Erholung weiter dämpfen.
Text / Foto: dts / ifo Institut