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Wirtschaft-News: Lokführer freuen sich über Entlassung von Bahnchef Lutz


veröffentlicht am 15. August 2025

Foto: Lokführer unterhalten sich am Gleis
Berlin (dts Nachrichtenagentur/MD-News) - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begrüßt den Schritt von Bundesverkehrsminister Schnieder, den langjährigen Bahnchef Richard Lutz zu entlassen. 
Dies sei "ein wichtiges Zeichen für die Handlungsfähigkeit und den klaren Willen des Ministers, die akuten Probleme bei der DB anzugehen", teilte die Gewerkschaft am Donnerstagabend mit.

"Die Entlassung von Herrn Lutz war eine notwendige Konsequenz des jahrelangen Missmanagements, das die Deutsche Bahn immer tiefer in die derzeitige Krise geführt hat", sagte GDL-Chef Mario Reiß. "Diese Entscheidung war richtig und unumgänglich." Seit Jahren würden Eisenbahner und Kunden unter einem Management leiden, das Fehlentscheidungen auf ihrem Rücken aus- trage: "Überlastung, Personalabbau und fehlende Wertschätzung sind die Realität, während Missmanagement und falsche Prioritäten das System Schiene ausbremsen", heißt es von der GDL.

Allerdings sei es mit einem reinen Austausch der Führungsperson nicht getan. Die tiefgreifenden Probleme der Bahn erforderten "umfassendere und nachhaltige Maßnahmen", so die GDL. Dazu gehört nach Ansicht der Gewerkschaft insbesondere die Sanierung und Entflechtung der Finanzströme, die Modernisierung der Infrastruktur sowie eine grundlegende Reform der Unternehmensstruktur. Außerdem müsse die Ausrichtung als Aktiengesellschaft auf den Prüfstand.


Hintergrund: Bahn soll neuen Chef bekommen
Berlin (dts Nachrichtenagentur/MD-News) - Bei der Deutschen Bahn wird es einen Wechsel an der Spitze geben. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte am Donnerstag in Berlin nach Gesprächen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Bahn AG, Werner Gatzer, und dem bisherigen Bahn-Chef Richard Lutz, es sei "Zeit für eine Neuaufstellung, sowohl strukturell als auch personell".

Vor diesem Hintergrund sei man übereingekommen, den noch bis 2027 laufenden Vertrag des Bahnchefs vorzeitig einvernehmlich zu beenden. Lutz, der seit 2017 an der Spitze des Konzerns steht, soll seine Aufgaben noch wahrnehmen, bis die Nachfolge geregelt ist.

Er danke "Herrn Dr. Lutz für sein großes Engagement in schwierigen Zeiten bei der Bahn", so der Verkehrsminister. "Ich bin mir sicher, dass er auch in den verbleibenden Wochen alles für die Schiene geben wird."

Der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Gatzer ließ sich so zitieren: "Richard Lutz hat die Bahn über viele Jahre geführt und ihr viele Impulse gegeben. Dafür gebührt ihm großer Dank. Wir werden jetzt einen Auswahlprozess für einen neuen Vorstandsvorsitzenden starten und dann die entsprechenden Beschlüsse für den Aufsichtsrat vorbereiten."

Am 22. September will der Verkehrsminister seine "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" vorstellen. "Ich habe immer gesagt: erst die Strategie, dann das Personal", so Schnieder. "Unser Konzept steht in den Grundzügen, jetzt gilt es, die passende Person zu finden, die es umsetzt. Auch für diesen Auswahlprozess gilt: Gründlichkeit und Sorgfalt vor Schnelligkeit." Am 22. September solle "idealerweise" auch ein neuer Bahnchef präsentiert werden. Wichtiges Kriterium sei, dass diese Person bereits sei, die Strategie umzusetzen, sagte Schnieder.


Text / Foto: dts