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Sachsen-Anhalt-News: Förderaufruf zur Quartierentwicklung erhält großen Zuspruch

Montag, den 31. Mai 2021

Magdeburg. Umfragen zeigen, dass der Großteil der Seniorinnen und Senioren auch im Alter selbstbestimmt im vertrauten Umfeld wohnen bleiben möchte. So werden in Sachsen-Anhalt mehr als 73 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause betreut. Mit der Pflege im Quartier zielt die Landesregierung darauf ab, die Angebote und Akteure im Sinne der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen vor Ort besser zu vernetzen. Dafür brauchen sie ein Umfeld bzw. Quartier, das versorgt und unterstützt sowie barrierefrei gestaltet ist. „Im Koalitionsvertrag ist verankert, dass in der ambulanten Pflege bedarfsgerechte, kleinteilige Versorgungsangebote vor Ort entstehen, die individuelle Pflegemixe ermöglichen“, sagt Sozialministerin Petra Grimm-Benne (Foto). So solle den hohen Zuwachsraten von stationär versorgten Pflegebedürftigen entgegengewirkt und gleichzeitig pflegende Angehörige entlastet werden.

Die Beratungsstelle zur kommunalen Quartiersentwicklung in Sachsen-Anhalt (BEQISA) unterstützt seit 2019 Landkreise, kreisfreie Städte, Kommunen und Gemeinden in Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Akteuren, indem sie diese vernetzt und fördert. Einen außerordentlich hohen Zuspruch fand der BEQISA-Förderaufruf „Miteinander—für ein lebenswertes Quartier“ 2021. Insgesamt gingen 49 Anträge aus allen Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts ein, mit einem Fördervolumen, welches das Dreifache der zur Verfügung stehenden Finanzmittel ausmacht. Vereine stellten 18 Anträge, Kommunen neun Anträge, Wohlfahrts– und Sozialverbände neun Anträge, Verbände, Wirtschaftsunternehmen fünf Anträge, Wohnwirtschaften drei Anträge und Stiftung einen Antrag. Eine unabhängige Fachjury befürwortete die Förderung von insgesamt 20 Anträgen. Für Einzelprojekte steht eine Fördersumme bis max. 20.000 Euro zur Verfügung. „Ich wünsche allen Bewerberinnen und Bewerbern, die einen Zuschlag zur Förderung erhalten haben, eine erfolgreiche Projektumsetzung“, sagt Grimm-Benne. Gemeinsam mit den Förderprojekten plant BEQISA am 21. Oktober 2021 einen Fachtag zum Austausch der Projekte „Miteinander - für ein lebenswertes Quartier“.

BEQISA-Projektleiterin Yvonne Jahn: „Wir sind Impulsgeber, Prozessbegleiter und Lotse in einem. Gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren im Land wollen wir zur Verbesserung der Versorgungssituation von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen beitragen.“ Zentrale Aufgaben der Beratungsstelle seien Information, Beratung und Förderung des Austauschs unterschiedlicher Akteure. Dabei motiviere sie unter anderem Kommunen, Seniorenvertretungen, Mehrgenerationenhäuser, Vereine, Bürgerinitiativen, Wohnungswirtschaft sowie Anbieter von Pflege- und Gesundheitsleistungen entsprechende Quartiersarbeit in Gang zu setzen bzw. weiterzuentwickeln.

Die Förderung kleinteiliger Einzelvorhaben und Maßnahmen soll der Verbesserung des Wohnens und der Wohnumgebung, der Versorgung, der sozialen Infrastruktur, der Technik/Digitalisierung im Alter und des Zusammenlebens der Menschen aller Generationen beitragen. Kommunen, Träger sozialer Dienste oder Bürgerinitiativen stehen bereits heute vielerorts vor der Herausforderung, Entwicklungen wie Bevölkerungsrückgang, Alterung, steigender Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen, Verschlechterung der Infrastruktur und Erwerbsmöglichkeiten mit lokal zugeschnittenen Lösungen zu begegnen.

„Sachsen-Anhalt braucht sich in punkto innovativer Quartierentwicklungen, die von großem Engagement vieler Beteiligter zeugen, nicht zu verstecken“, sagt Petra Grimm-Benne. Das Spektrum reicht von einer „Dorfkümmerin“ in Elbe-Parey (Jerichower Land) über ein Quartier im denkmalgeschützten Hof in Merseburg (Saalekreis) bis hin zur selbstorganisierten „Human-WG“ in Schönebeck (Salzlandkreis).

Hintergrund:

BEQISA, die Beratungsstelle zur kommunalen Quartiersentwicklung in Sachsen-Anhalt, wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt über den Trägerverein Prävention im Alter (PiA) für die Jahre 2019 bis 2022 mit rund 660.000 Euro gefördert. BEQISA ist im Internet zu erreichen unter www.beqisa.de