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Der „Wilo-Verlust“ in Oschersleben schmerzt / Werkleiter spricht mit Landrat Martin Stichnoth

Sonntag, den 9. Mai 2021

Nach Angaben des Mutterkonzerns mit Sitz in Dortmund sollen Teile des Unternehmens in Oschersleben nach Bayern und nach Frankreich verlegt werden. Nur wenige Mitarbeiter sollen über 2022 hinaus am Standort Oschersleben verbleiben. Für alle Beteiligten ein „inakzeptabler Plan.“

Darüber - und über die Abfederung möglicher Folgen - haben sich Börde Landrat Martin Stichnoth und Norman Scholz (Group Director Operations am Standort Oschersleben) in diesen Tagen in Oschersleben verständigt.

„Oschersleben ist nicht nur ein Traditionsstandort für die Herstellung von Pumpen, sagt Stichnoth. „Es gibt hier engagierte Menschen, die den Unternehmenserfolg über Jahrzehnte gesichert haben. Vor diesem Hintergrund ist eine Schließung des Standortes für mich inakzeptabel.“ Sollte es trotz der erheblichen Widerstände dazu kommen, hat Stichnoth den Beschäftigten seine Unterstützung zugesagt. Der Landrat ist mit Matthias Kaschte, Chef der Arbeitsagentur Magdeburg, im Gespräch, um die Abfederung möglicher Folgen für die Beschäftigten zu erörtern.

Ein möglicher Weg ist die Gründung einer Transfergesellschaft. Dadurch soll Arbeitslosigkeit vermieden werden. Beschäftigte sollen sich zum Beispiel ohne Nachteile aus dem laufenden Arbeitsverhältnis bei anderen Arbeitgebern bewerben können. Die Agentur stellt sich mit ihren Leistungen daneben, um professionelle Unterstützung für einen möglichen beruflichen Neuanfang zu geben.

Martin Stichnoth hat seinen Amtsleiter für Wirtschaft, Danny Schonscheck, die Befugnisse übertragen, in seinem Namen zu verhandeln. Am vergangenen Donnerstag sprach er mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur, mit dem Wilo-Betriebsrat und mit Oschersleber Bürgermeister, um Lösungsansätze zu finden.

Dr. Mahmud Mustafa, Leiter Operations bei Wilo, hat die Unterstützung des Unternehmens zugesichert: „Wir werden unsere Kolleginnen und Kollegen bei der Suche nach einem neuen, vergleichbaren Arbeitsplatz bestmöglich unterstützen und niemanden aus der aktuellen Belegschaft von Wilo Oschersleben zurücklassen! Den drei Auszubildenen am Standort garantieren wir beispielsweise den ordnungsgemäßen Abschluss ihrer Ausbildung. Die Kollegen aus dem Vertrieb und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung werden weiterbeschäftigt. Wo möglich versuchen wir gleichwertige Angebote innerhalb der Wilo Gruppe an den Standorten Dortmund oder Hof zu machen. Wir sind bereit, sämtliche zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, z. B. auch das einer Transfergesellschaft, um die Mitarbeiter zu unterstützen, eine neue Tätigkeit zu finden.“

Foto: Landrat Martin Stichnoth © Landkreis Börde