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ifo Institut: Zuwendungen und Kurzarbeitergeld fangen 80 Prozent der Corona-Einkommenseinbußen auf

Montag, den 17. Mai 2021

Die 2020 von der Bundesregierung beschlossenen Corona-Zuwendungen für Familien und die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes haben die Bruttoerwerbseinkommen der Deutschen stabilisiert. Das ergeben aktuelle Berechnungen des ifo Instituts zusammen mit dem Joint Research Center der Europäischen Kommission. Das Bruttoerwerbseinkommen war im Jahr 2020 eigentlich um circa 5 Prozent gefallen. Aber staatliche Sondermaßnahmen und die ‚automatischen Stabilisatoren‘ des Steuer- und Sozialsystems verkleinerten diesen Verlust auf 0,8 Prozent. „Diese Ergebnisse bestätigen unsere ersten Erkenntnisse aus dem Sommer. Es ist gelungen, den Anstieg von Einkommensungleichheit und das Armutsrisiko abzufedern“, sagt Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

„Ein Verlust von 100 Euro Markteinkommen konnte durch die Maßnahmen und das bestehende System in einen Verlust von 20 Euro an real verfügbarem Einkommen gemildert werden“, erläutert Peichl. Zu den Corona-Sondermaßnahmen gehört der Kinderbonus von 300 Euro. Zudem wurde für 2020 und 2021 der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende um mehr als 100 Prozent auf 4008 Euro (zuvor 1908 Euro) erhöht. Durch diese Zuwendungen konnten die Empfänger die gestiegenen Lebenshaltungskosten während der Pandemie besser schultern.

Außerdem wurde der Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Kurzarbeitergeld und die Sondermaßnahmen kommen einkommensschwachen Haushalten besonders zugute, während einkommensstarke Haushalte von der progressiven Einkommensbesteuerung profitieren. „Da einige dieser Maßnahmen 2020 ausgelaufen sind, verringert wurden oder 2021 auslaufen werden, ist davon auszugehen, dass einkommensschwächere Haushalte negativ betroffen bleiben, solange die Pandemie nicht gestoppt ist. Daher erscheint es erforderlich, weitere Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und zum Ausgleich für die Pandemie-Verlierer zu treffen“, empfiehlt Peichl.

Foto: Andreas Peichl © ifo Institut