veröffentlicht am Mittwoch, 2. September 2026
Dessau-Roßlau/Magdeburg. Über 70 Prozent der über 200.000 Pflegebedürftigen im Land werden in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Um ältere Menschen zu unterstützen und pflegende Angehörige zu entlasten, fördert das Land die Nachbarschaftshilfe Sachsen-Anhalt.
Hierbei unterstützen Einzelpersonen pflegebedürftige Mitmenschen bei den Dingen des alltäglichen Lebens. Die Nachbarschaftshelfenden können beispielsweise Einkäufe erledigen, zu Ärzten und Behörden begleiten, mit dem Hund spazieren gehen, bei der Gartenarbeit helfen oder bei der Nutzung eines Smartphones unterstützen. Seit Projektbeginn im Mai 2023 wird ein kontinuierlicher Zuwachs an unterstützenden Personen verzeichnet. Erst im April hatte die Sozialministerin Grimm-Benne der 4000. Nachbarschaftshelferin in Petersberg ihre persönliche Wertschätzung ausgesprochen. Heute konnte Wolfgang Beck, Staatssekretär im Sozialministerium, Ralf Kretschmer aus Dessau-Roßlau als 5.000 Nachbarschaftshelfer begrüßen und ihm persönlich für seinen Einsatz danken.
„Herr Kretschmer steht stellvertretend für den unverzichtbaren Beitrag, den alle Nachbarschaftshelferinnen und -helfer für ein solidarisches Miteinander in unserem Land leisten. Dank ihnen können Pflegebedürftige besser am sozialen Leben teilhaben und länger in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Immer mehr Engagierte möchten ihren Mitmenschen ein Stück Lebensqualität schenken. Das zeigt: Wir in Sachsen-Anhalt helfen einander“, betonte Staatssekretär Beck.
Ralf Kretschmer unterstützt Menschen mit Pflegebedarf aus seiner Nachbarschaft beim Einkaufen, im Garten oder beim Vereinbaren von Terminen. „Nachbarschaftshilfe ist eine Auszeichnung für mich. In der Zeit, wo die Gesellschaft auseinanderdriftet, sind die Nachbarschaftshelfer Licht und Wärme für die Mitmenschen, die auf die Unterstützung und Hilfe angewiesen sind. Nachbarschaftshelfer geben das Wertvollste, was sie haben – ihre Lebenszeit. Diese mit anderen zu teilen, stellt für sie Glücksmomente dar. Am Abend zu wissen, dass es einem anderen Menschen besser geht, ist ihr Antrieb.
Eine Gesellschaft lebt vom Miteinander und nicht Nebeneinander. Etwas der Gesellschaft zurückzugeben, gibt mir Stolz, da die Gesellschaft auch viel für mich getan hat. Anderen zu helfen, sollte für uns alle eine Selbstverständlichkeit sein. So bin ich erzogen und groß geworden. Unser Land braucht mehr dieser freiwilligen ehrenamtlichen Nachbarschaftshelfer, die unsere Gesellschaft lebenswerter gestalten. Ich bedanke mich im Namen aller bisherigen Nachbarschaftshelfer hier stellvertretend für die Auszeichnung“, sagte Kretschmer.
Yvonne Jahn, Projektleiterin der Nachbarschaftshilfe Sachsen-Anhalt, erklärte: „Die Entwicklung der Nachbarschaftshilfe in Sachsen-Anhalt mit nunmehr 5.000 Nachbarschaftshelfenden, zeigt, wie wichtig diese Unterstützungsleistung für pflegebedürftige Menschen ist und einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der häuslichen Pflege leistet.“
Mittlerweile stehen 19 Servicepunkte in allen Landkreisen und kreisfreien Städten bereit. Sie beraten Interessierte, organisieren die erforderlichen Schulungen und begleiten die Registrierung. Für die Anerkennung als Nachbarschaftshelferin oder Nachbarschaftshelfer ist in der Regel die Teilnahme an einer Schulung der Gesellschaft für Prävention im Alter e. V. (PiA) erforderlich. Alternativ ist eine Zulassung auch ohne Schulung möglich, wenn ein entsprechender Berufsabschluss im Pflegebereich nachgewiesen wird. Für die geleistete Unterstützung können die Nachbarschaftshelfenden pro Monat bis zu 131 Euro aus dem Entlastungsbetrag erhalten. Die Auszahlung erfolgt über die zuständige Pflegekasse oder durch den Pflegebedürftigen.
Text: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Symbolfoto: pexels