veröffentlicht am Mittwoch, 4. Februar 2026
Magdeburg. Die Arbeitgeber haben auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder (TV-L) kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Um den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu erhöhen, setzen die Gewerkschaften verstärkt auf (Warn)Streiks.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die GEW Sachsen-Anhalt all ihre Mitglieder im Geltungsbereich des TV-L sowie die studentischen Beschäftigten an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der kreisfreien Stadt Magdeburg, den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Börde, Jerichower Land, Salzlandkreis, Harz und Anhalt-Bitterfeld am 10. Februar zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.
Auf dem Magdeburger Domplatz wird es um 11 Uhr eine Kundgebung geben. Dort sind unter anderem Redebeiträge von Carsten Behrend, Mitarbeiter der Hochschule Magdeburg-Stendal, Josefine Elzner, Sprecherin junge GEW der GEW Sachsen-Anhalt, sowie Corinna Faubel, Studierende sowie TV Stud-Aktive der GEW Sachsen-Anhalt, geplant.
Auf der Bühne wird Eva Gerth sprechen. Sie plädiert nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen, sondern auch für mehr Geld: „Die Beschäftigten haben aus den vergangenen Jahren immer noch einen großen Nachholbedarf beim Gehalt. Dazu kommt, dass Lehrkräfte sowie pädagogische [...] Mitarbeiter wegen des Fachkräftemangels am Limit sind. Um diese Berufe für junge Menschen wieder attraktiver zu machen, müssen die Arbeitsbedingungen besser werden und die Gehälter deutlich steigen. Die hohe Beteiligung bei den Streiks machen deutlich, dass die [...] Kollegen langsam die Geduld verlieren. Sie spüren, dass die Belastungen steigen und wollen deshalb nicht immer nur hören, dass kein Geld da sei.“
Forderungen
Die Gewerkschaften verhandeln für rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigte von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas – arbeiten. Darunter 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte. Im Organisationsbereich der GEW wird beispielsweise für Beschäftigte an Schulen wie Lehrkräfte, im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder wie Erzieher sowie für Hochschullehrende und studentische Beschäftigte verhandelt. Die Forderungen lauten konkret:
- 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro!
- 200 Euro monatlich für Auszubildende und Praktikant!
- 12 Monate Laufzeit!
- Tarifvertrag für studentische Beschäftigte!
- Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten erhöhen!
Für die Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder sind drei Verhandlungsrunden geplant. Die dritte Runde findet am 11./12. Februar in Potsdam statt.
Text: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Symbolfoto: pexels