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Gesundheit-News: „Ich denke an alles – außer an mich“ - Wie vor allem Frauen die Belastung minimieren können


veröffentlicht am 16. August 2025

Bad Saulgau, August 2025. Es ist Sonntagnacht. Während ihr Partner längst schläft, geht sie gedanklich die Woche durch: Den Kinderarzt angerufen? Das Geschenk für den Schwiegervater besorgt? Die Spielverabredung organisiert? Und war da nicht noch die Anmeldung fürs Kinderturnen? 
Viele Frauen kennen dieses Gedankenkarussell – und das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein. Der Begriff dafür: Mental Load. „Was zunächst wie ein Vollzeitjob in der Projektplanung klingt, beschreibt in Wahrheit den Alltag vieler Familien“, weiß Prof. Dr. med. Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin und Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau. Gemeint ist die unsichtbare Denk-, Planungs- und Koordinierungsarbeit, die alles am Laufen hält und meist in weiblicher Hand liegt.

Warum sie denkt – und er nur fragt
Obwohl viele Partnerschaften heute auf Augenhöhe geführt werden, zeigt sich bei der Alltagsorganisation oft ein anderes Bild: Frauen übernehmen laut Statistiken nach wie vor den Großteil der unbezahlten Organisationsarbeit – selbst dann, wenn beide berufstätig sind. Der Grund liegt häufig in tradierten Rollenbildern und dem gesellschaftlichen Ideal der „perfekten Mutter“, die alles im Blick hat – vom gesunden Ausflugssnack über den Lebensmitteleinkauf bis hin zur Urlaubsplanung. 
Ein weiterer Grund liegt in der Kommunikation. „Oftmals warten Männer auf konkrete Anweisungen. Bleiben diese aus, entziehen sich viele der Verantwortung“, erläutert Prof. Beschoner. Statt selbst vorausschauend zu handeln, kommen vermeintlich praktische Rückfragen wie „Kann das in den Trockner?“ oder „Wo ist der Turnbeutel?“. Was wie Zusammenarbeit klingt, ist in Wahrheit Ausdruck einer unausgewogenen Verantwortung. So verfestigt sich ein ungleiches und belastendes Muster – ohne Anerkennung, ohne Wertschätzung.

Wenn die mentale To-do-Liste krank macht
Ein dauerhaft hoher Mental Load kann krank machen – körperlich wie seelisch. Viele Betroffene berichten, dass sie sich kaum noch konzentrieren können, ständig müde sind oder schlecht schlafen. Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Magenbeschwerden und depressive Verstimmungen sind häufige Begleiter. In manchen Fällen kann sich sogar ein Burn-out entwickeln. „Mental Load versetzt den Körper in einen konstanten Alarmzustand“, erklärt die Fachärztin. „Selbst in ruhigen Momenten ist der Kopf im Planungsmodus, was zu einem schleichenden Erschöpfungszustand führt.“ Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel daran, dass abends keine Energie mehr für Freunde oder Hobbys bleibt und Kleinigkeiten schnell überfordern.

Wie es besser werden kann
Die gute Nachricht: Es gibt einen einfachen Weg aus der mentalen Überlastung und der beginnt oft mit einem einzigen Satz „Ich will das nicht mehr alleine tragen“. Wer Mental Load sichtbar macht – etwa mit Post-its an der Kühlschranktür, einem gemeinsamen Familienkalender oder digitalen To-do-Listen –, kann Verantwortung neu verteilen. Entscheidend ist: Weg von „Sag mir, was ich tun soll“, hin zu „Ich übernehme das komplett“. Denn nur wenn mentale Arbeit als gleichwertige Verantwortung verstanden wird, kann Veränderung gelingen. „Loslassen will geübt sein“, sagt Prof. Beschoner. „Man darf dem Partner auch zutrauen, dass er sich kümmert – selbst wenn es anders läuft als gewohnt. Was soll schon passieren? Niemand wird sterben und die Welt geht auch nicht unter“, so die Expertin mit einem Augenzwinkern.

Vom Einzelkämpfen zum Teamdenken
Wie sich der Alltag mit einfachen Mitteln entzerren lässt, zeigen viele praktische Beispiele. Etwa Paare, die eine wöchentliche Planungsrunde etablieren, in der nicht nur Termine, sondern auch Verantwortlichkeiten neu sortiert werden. Oder Väter, die nicht nur „aushelfen“, sondern feste Aufgabenbereiche übernehmen: Kita-Kommunikation, Geschenkplanung, Hausaufgabenbetreuung. 
„Es geht nicht darum, Hilfe zu bekommen – sondern um geteilte Verantwortung“, betont Prof. Beschoner. „Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Familienleben. Am Ende gilt: Verantwortung abgeben, Hilfe einfordern, Grenzen setzen. Wer das verinnerlicht, schafft Raum für sich und ist auf dem besten Weg, aus einer Familie ein echtes Team zu machen.“
Weitere Informationen unter www.akutklinik-badsaulgau.de



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