veröffentlicht am 25. Mai 2025
- Umweltfreundliche Mobilität bleibt bestimmendes Thema
- Deutliche Treibhausgas- und CO2-Reduktion auch bei Verbrennern
- E-Auto-Besitzer wechseln teilweise zurück
Einer Studie von Consors Finanz zufolge halten über die Hälfte der Deutschen das Auto für die Hauptquelle der Umweltverschmutzung, und zwar unabhängig davon, ob es sich um ein Fahrzeug mit Elektroantrieb oder Verbrennungsmotor handelt.
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) möchte hier klarstellen, dass der Pkw nicht als Hauptverursacher des Klimawandels gelten kann, sondern Energieträger wie Kohle, Braunkohle oder der Flugverkehr dabei ein deutlich größeres Gewicht haben. Richtig ist jedoch, dass die Antriebsart der Autos kaum noch eine Rolle spielt. Der technische Fortschritt hat in den vergangenen Jahren bereits zu vielen Verbesserungen hinsichtlich der Umweltbelastung von Verbrennern geführt und die Herausforderungen bei der Produktion sowie Entsorgung der Batterien können auf absehbare Zeit nicht behoben werden.
Umweltbewusst mit Verbrenner
Das E-Auto gehört mittlerweile fest zum Straßenbild nicht nur in Deutschland. Bezüglich der Umweltbilanz hat dies zunächst aber kaum Auswirkungen. Der Verein Deutscher Ingenieure hatte hierzu errechnet, dass ein Elektrowagen durchschnittlich 90.000 km weit fahren muss, um den CO2-Ausstoß durch die Batterieproduktion und -Entsorgung auszugleichen. Erst wenn man den gesamten Lebenszyklus des E-Fahrzeugs betrachtet, zeigt sich eine bessere Klimabilanz. Auch junge Menschen zeigen hier, trotz ihres ökologischen Bewusstseins, ein zögerliches Kaufinteresse. Gemäß der Consors Finanz Studie spielt nicht mal ein Drittel mit dem Gedanken, sich in nächster Zeit ein E-Fahrzeug anzuschaffen. Als weitere Gründe mehrheitlich noch auf Verbrenner zu setzen, werden die fehlende Flexibilität und Probleme beim Laden genannt.
Dies wird sich vermutlich in einigen Jahren mit dem fortschreitenden Ausbau der Infrastruktur, Optimierung der Batterieproduktion sowie sinkenden Kosten von Akkus sukzessive verändern. Der AvD macht hierzu aber nochmals deutlich, dass in absehbarer Zeit herkömmliche Verbrennungsmotoren auf Deutschlands Straßen die Realität sind. Nicht außer Betracht lassen sollte man zudem, dass durch den Einsatz moderner Technik die Verbrenner in den letzten Jahren bereits ihren Treibhaus- und CO2-Ausstoß deutlich reduzieren konnten.
Das Umweltbundesamt bestätigte unlängst, dass die Grenzwerte zur Luftqualität in 2024 alle eingehalten wurden. Die Verschärfung der Abgasnormen (Euro 7 ab Ende 2026) wird überdies in den nächsten Jahren zur weiteren Verbesserung führen. Auch der Einsatz von synthetischen E-Fuels oder Bio-Diesel in Verbrennerfahrzeugen ist eine weitere Möglichkeit hin zur Klimaneutralität.
Zurück zur bewährten Antriebstechnik
Nach einer aktuellen McKinsey-Umfrage wollen 52 Prozent der Autokäufer weiterhin einen Verbrenner. Interessanterweise wollen der Studie zufolge 14 Prozent der bisherigen reinelektrischen Fahrzeughalter wieder zurück zu einem Hybrid (8%) oder gar Verbrenner (6%) wechseln. Die geringen Reichweiten, mangelnde Ladeinfrastruktur sowie zeitliche Zusatzbelastung beim Laden seien hier die wesentlichen Gründe. Die HUK-Versicherung gibt hierzu mit 34 Prozent im Jahr 2024 einen noch viel größeren Wert für „Verbrenner-Rückkehrer“ an.
Es zeigt sich also, dass die im Wahlkampf oft angekündigte Technologieoffenheit nun von der neuen Bundesregierung mit Inhalten gefüllt werden muss. Der AvD setzt sich seit jeher für die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer ein. Der Verbrenner wird noch lange gebraucht werden, daher ist das Verbot ab 2035 aufzulösen und eine bessere Vereinbarkeit von Klimazielen und der Realität anzustreben.
AvD Präsident Lutz Leif Linden: „Der Pkw ist nach wie vor das beliebteste und wichtigste Verkehrsmittel, nicht nur in ländlichen Regionen. Kein anderes Transportmittel bietet eine vergleichbare Flexibilität, Komfort oder Reichweite. Die aktuelle Infrastruktur und Verfügbarkeit bedingt zudem, dass wir auf absehbare Zeit neben der E-Mobilität weiterhin auf Verbrennerfahrzeuge angewiesen sind und hier an Lösungen arbeiten sollten, um diese umweltbewusster einsetzen zu können.
Für den AvD kann die Mobilitätswende daher zeitnah nur gelingen, wenn wir eine ganzheitliche Energiepolitik umsetzen. Im Wahlkampf hieß dies noch ‚marktwirtschaftlich und technologieoffen‘. Hier erwarten wir jetzt entsprechende Maßnahmen von der neuen Bundesregierung im Sinne aller Fahrzeughalter und zur Planungssicherheit der gesamten deutschen Fahrzeugindustrie.“
AvD – Der Automobilclub. Seit über 125 Jahren.
Mit seiner über 125-jährigen Historie ist der AvD der traditionsreichste Automobilclub Deutschlands. Seit seiner Gründung im Jahre 1899 vertritt der Club die Interessen der mobilen Gesellschaft. So gehörte der AvD bereits 1904 zu den vier Gründern der IAA (Internationalen Automobil-Ausstellung) in Frankfurt und war im selben Jahr Mitinitiator der AIACR (Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus) in Bad Homburg, aus der später der Automobilverband FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) hervorging. Ab 1918 bot der AvD die erste Kfz-Versicherung an und die von ihm ab 1924 ausgestellte „Bestallungsurkunde für Kraftfahrer“ gilt als Vorläufer des heutigen Führerscheins.
Auch im Motorsport ist der AvD seit jeher stark engagiert: So organisierte der Club den ersten Großen Preis von Deutschland bereits 1926 auf der legendären AVUS-Rennstrecke in Berlin. Seit 2022 erfreut sich die AvD Drift-Championship als noch junge Motorsportdisziplin international wachsender Beliebtheit. Den rund 1,4 Mio. Mitgliedern und Kunden steht ein umfangreiches Angebot zur Verfügung: Von der weltweiten Pannenhilfe mit eigener 24/7-Notrufzentrale über den globalen Auto- und Reiseschutz mit Krankenrücktransport bis hin zu Auto-, Unfall-, Rechtsschutz- und Auslands-Krankenversicherungen bietet der AvD alles für eine sichere Mobilität.
Text / Foto: Automobilclub von Deutschland (AvD)