veröffentlicht am Donnerstag, 25. Dezember 2025
Magdeburg. Im Rahmen des GENIUS-Projekts werden innovative Lösungen entwickelt, um die Integration von Generativer KI in alle Phasen des Softwareentwicklungszyklus zu fördern und die Herausforderungen der Branche anzugehen.
Generative Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art, wie Software entwickelt wird. Gleichzeitig ist ihre direkte Implementierung heute noch mit erheblichen Unsicherheiten rund um Sicherheit, Datenschutz und Zuverlässigkeit behaftet. Genau hier setzt das europäische Forschungsprojekt GENIUS (Generative Artificial Intelligence for the Software Development Life Cycle) an: Mehr als 30 Industrie- und Forschungspartner – darunter das Institut für Automation und Kommunikation (ifak), Akkodis und Siemens – bündeln ihre Expertise, um diesen Fortschritt gezielt voranzutreiben und die Softwareentwicklung grundlegend zu transformieren. Ziel ist es, Generative KI über alle Phasen des Software Development Lifecycle (SDLC) hinweg nutzbar zu machen, von der Anforderungsdefinition bis zur Wartung.
Das Projekt wird im Rahmen von ITEA, dem EUREKA-Forschungscluster für Software-Innovation, durchgeführt und von dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Es soll skalierbare, zuverlässige und industrieerprobte KI-Lösungen entwickeln, die Softwareingenieur:innen bei allen Schritten unterstützen – durch automatisierte Code-Generierung, intelligente Test- und Dokumentationssysteme sowie kontinuierliche Qualitätsanalysen und Chat-basierte Supportfunktionen.
„Mit GENIUS bringen wir Generative KI in den industriellen Maßstab,“ sagt Nicolas Bonnotte, Director Akkodis Research Germany. „Das Projekt zeigt, wie KI verantwortungsvoll, sicher und zielgerichtet eingesetzt werden kann, um die Produktivität zu steigern, Fachkräfte zu entlasten und Europas technologische Unabhängigkeit zu stärken.“
Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist das kürzlich veröffentlichte Vision Paper „The Future of Generative AI in Software Engineering“. Es zeigt, welches Potenzial Generative KI über den gesamten Softwareentwicklungszyklus hinweg entfalten kann und welche technischen, organisatorischen und ethischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Das Paper liefert eine klare Fünf-Jahres-Vision für die Zukunft der Softwareentwicklung, beschreibt neue Rollenbilder für Entwickler und skizziert technologische sowie methodische Fortschritte, die den Einsatz vertrauenswürdiger KI in der Praxis ermöglichen.
Die Arbeit wurde als Konferenzbeitrag veröffentlicht und auf der 2. IEEE/ACM International Conference on AI-powered Software (AIware 2025) am 20. November 2025 in Seoul, Südkorea, vorgestellt. Darüber hinaus wurde eine spezielle Whitepaper-Ausgabe für ein breiteres Publikum erstellt. Diese ist auf der Website des GENIUS-Projekts öffentlich zugänglich:
https://genius-itea.github.io/pubs/#vision-paper.
Als anwendungsorientiertes Forschungsinstitut bringt das ifak sein Fachwissen in den Bereichen Testautomatisierung, KI und anforderungsbasierter Softwareentwicklung in das Projekt ein. Der Fokus liegt auf der Entwicklung generativer KI-Methoden für die Analyse komplexer Anforderungen, die automatische Testfallerzeugung sowie die semantische Suche in unternehmensspezifischen Wissensbeständen. Damit trägt das Institut als langjähriger Partner der Industrie dazu bei, Entwicklungsprozesse zu optimieren, Routineaufgaben zu automatisieren und die Qualität von Softwareprodukten messbar zu steigern.
„Neue generative KI-Technologien und die Kommunikation mit Systemen in natürlicher Sprache eröffnen völlig neue Möglichkeiten, Softwareentwicklungsprozesse über alle Phasen hinweg zu vernetzen und effizienter zu gestalten“, sagt Robin Gröpler, Research Associate am ifak und GENIUS Project Lead. „Wir befinden uns in einer Phase tiefgreifender Veränderung, in der Generative Künstliche Intelligenz nicht nur Werkzeuge erweitert, sondern ganze Entwicklungsabläufe neu gestaltet. Die enge Zusammenarbeit zahlreicher europäischer Partner in GENIUS ermöglicht Innovationen, wie Mensch und KI künftig gemeinsam Software entwickeln können – für effiziente, zukunftsfähige und wettbewerbsstarke Lösungen.“
Mit seinem industrieübergreifenden Ansatz stärkt GENIUS Europas technologische Souveränität und Innovationskraft im Bereich vertrauenswürdiger KI und ebnet den Weg für eine neue Generation intelligenter, verantwortungsvoller Softwareentwicklung.
Über das Institut ifak
Das 1991 aus der Universität heraus gegründete ifak – Institut für Automation und Kommunikation ist ein selbstständiges ingenieurwissenschaftliches Forschungsinstitut in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Es ist Mitglied der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V. mit ihren deutschlandweit mehr als 75 Instituten. Jährlich bearbeiten die mehr als 50 undWissenschaftler des interdisziplinären ifak-Teams Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 4,5 Millionen Euro.
Das Institut betreibt angewandte ingenieurwissenschaftliche Forschung zur Informations- und Kommunikationstechnologie und Automatisierungstechnik. Partner und Kunden sind Technologieunternehmen, die mittelständische Industrie verschiedener Anwendungsbranchen und öffentliche Auftraggeber. Das ifak ist in mehreren Handlungsfeldern der Hightech-Strategie der Bundesregierung tätig. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Themenkreis Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz sind hierfür Beispiele. Das Spektrum reicht dabei von Machbarkeitsstudien bis zu komplexen Entwicklungsprojekten und mehrjährigen auf Bundes- und EU-Ebene geförderten Forschungsvorhaben.
Bildunterschrift: Das europäische Projekt GENIUS treibt den Einsatz Generativer KI in der Softwareentwicklung voran.
Text: ifak Institut für Automation und Kommunikation e.V.
Bild: Akkodis