veröffentlicht am Freitag, 14. November 2025
- Die Halberstädter Straße in Magdeburg war mit 38 Unfällen im vergangenen Jahr die gefährlichste Straße in Sachsen-Anhalt.
- Die A2, Abschnitt Ingersleben, liegt mit 32 Unfällen auf Platz 2.
- In Sachsen-Anhalt ereignen sich im Jahr 2024 insgesamt 6.871 Unfälle mit Personenschaden.
Magdeburg. Die diesjährige Studie von Allianz Direct hat ergeben, dass die Halberstädter Straße in Magdeburg die gefährlichste Straße Sachsen-Anhalts ist. Auf dieser Straße ereigneten sich im Jahr 2024 38 Unfälle mit Personenschäden, von denen 8 schwere Verletzungen zur Folge hatten. Die Halberstädter Straße liegt bundesweit auf Rang 26 und weist 2024 neun Unfälle mehr auf als im Vorjahr. Im Jahr 2022 war die Halberstädter Straße mit 30 Unfällen ebenfalls die gefährlichste Straße Sachsen-Anhalts gewesen. 2023 lag sie dann auf Platz 4 mit 29 Unfällen. Die diesjährige Unfallgesamtzahl stellt also einen deutlichen Anstieg dar.
Auf Rang 2 der gefährlichsten Straßen Sachsen-Anhalts liegt der Abschnitt der A2, im Bereich der PLZ 39343 bei Ingersleben. Dieser Abschnitt der A2 war 2023 bereits auf Platz 13 im Bundesland. Im Jahr 2024 kam es auf diesem Autobahnabschnitt zu insgesamt 32 Unfällen, davon ein tödlicher und einer mit Schwerverletzten.
Die drittgefährlichste Straße Sachsen-Anhalts ist laut der Studie für 2024 der Abschnitt der A2 im Bereich der PLZ 39291 bei Möckern. Hier ereigneten sich 27 Unfälle, von denen 8 schwere Verletzungen zur Folge hatten. Noch 2023 war dieser Abschnitt auf Platz 1 der gefährlichsten Straßen in Sachsen-Anhalt gewesen, damals mit 36 Unfällen.
Nur noch 2 der 10 gefährlichsten Straßen Sachsen-Anhalts liegen in diesem Jahr in Magdeburg. Das bedeutet einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu fünf im Jahr 2023 und vier im Jahr 2022.
Anmerkung zur Rangfolge: Bei gleicher Unfallgesamtzahl im Ranking wurden die Straßen mit einer höheren Anzahl an schweren Verletzungen und Todesfällen höher eingestuft. Die Straßen wurden außerdem nach PLZ unterteilt, um den Einfluss der Länge auf die Unfallzahl zu verringern und Unfallhotspots präziser identifizieren zu können.
Methode:
- Allianz Direct hat diese Studie durchgeführt, um wertvolle Einblicke in die Straßenverkehrssicherheit Deutschlands zu gewinnen, wobei der Schwerpunkt auf der Häufigkeit von Verkehrsunfällen und den damit verbundenen Umständen lag. Aufgrund der steigenden Anzahl von Autos auf den Straßen und dem Bedarf nach Verkehrssicherheit, um Unfälle und Versicherungsansprüche zu vermeiden, sollten Regionen mit höherem Unfallrisiko identifiziert werden.
- Zunächst wurden für diese Recherche Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und des Deutschen Unfallatlas gesammelt und bei Bedarf übersetzt.
- Die Daten des Deutschen Unfallatlas aus dem Jahr 2024 wurden gesammelt und analysiert, um diejenigen geografischen Gebiete in Deutschland zu ermitteln, in denen es am häufigsten zu Verkehrsunfällen kommt, und um festzustellen, welche Bundesländer gezielte Maßnahmen und Verbesserungen der Verkehrssicherheit benötigen.
- Als Nächstes wurden die häufigsten Unfallbeteiligten untersucht, um oft vorkommende Unfallarten besser zu verstehen.
- Die Daten der BASt wurden mit denen des Statistischen Bundesamtes und anderer relevanter Quellen abgeglichen, um die vorhandenen Informationen zu ergänzen und einen detaillierten Überblick über die wichtigsten statistischen Metriken zu gewinnen.
- Weitere Auswertungen wurden durchgeführt, um die gefährlichsten Straßen für jeden Staat zu ermitteln. Es wurde ein lokal gehosteter Nominatim-Server eingerichtet, um die für jeden Unfall angegebenen Koordinaten in Adressen umzurechnen. Diese Methode wurde gewählt, da bei Verwendung von leicht verfügbaren Geokodierungsdiensten die schiere Menge der Datensätze zeitaufwendig und anfällig für Verarbeitungsfehler gewesen wäre.
- Variabilität in Nominatim-Ergebnissen: Nominatim, das Adressinformationen extrahiert, kann aufgrund seiner Abhängigkeit von benutzergenerierten und validierten Daten unterschiedliche Ergebnisse zurückgeben. Dies kann zu Inkonsistenzen in Adressmustern führen und die Genauigkeit der abgerufenen Standortdaten beeinträchtigen.
- Unbenannte Straßen und Näherungsprobleme: In ländlichen oder neu erschlossenen Gebieten haben einige Straßen möglicherweise keine offiziellen Namen oder Koordinaten lagen nicht nah genug an einer benannten Straße. In solchen Fällen kann Nominatim einen ungefähren Standort angeben, indem es auf nahe gelegene Orientierungspunkte, Kreuzungen oder andere identifizierbare Merkmale verweist. Diese Näherung kann zu Ungenauigkeiten führen, insbesondere bei Analysen, die genaue georäumliche Informationen erfordern.
- Kombination von OSM-Daten für verbesserte Granularität: Um die Datengranularität zu verbessern, wurden OpenStreetMap (OSM)-Daten mit der ursprünglichen Nominatim-Methodik kombiniert. Durch die Integration der Straßennamen- und Ortsinformationen aus dem deutschen OSM-Straßennetz wird die Datenqualität erheblich verbessert. OSM bietet maßgebliche und detaillierte Informationen, insbesondere in Regionen, in denen Nominatim möglicherweise Ungenauigkeiten aufweist.
- Höhere geografische Genauigkeit mit GADM Level 4: Die kombinierten Daten wurden mit dem Shapefile mit der kleinsten Granularität von GADM Level 4 verknüpft. Dieses Level stellt die feinste Unterteilung von Verwaltungsgebieten dar, normalerweise bis hinunter zu Gemeinden oder Bezirken, und liefert präzisere geografische Daten für eine genaue Standortzuordnung und -analyse.
- Verbesserte Zuverlässigkeit durch Methodenintegration: Die Integration von OSM-Daten mit den Ergebnissen von Nominatim stärkt die allgemeine Zuverlässigkeit der Standortdaten. Durch die Nutzung beider Datensätze gewährleistet der Ansatz ein höheres Maß an Detailgenauigkeit und Genauigkeit bei georäumlichen Analysen.
- Die umgerechneten Koordinaten wurden anschließend verarbeitet, um die Straßen in absteigender Reihenfolge nach der Gesamtzahl der Unfälle zu ordnen. War die Gesamtzahl gleich, wurden die Straßen nach der Anzahl der Unfälle mit Schwerverletzten bzw. Todesfällen geordnet.
- Die Daten wurden am 30.10.25 extrahiert und analysiert und waren zu diesem Zeitpunkt korrekt.
Text & Tabelle: Allianz Direct
Symbolfoto: pixabay