veröffentlicht am Mittwoch, 8. Oktober 2025
Magdeburg. Mit dem 21. Magdeburger Gewässerschutzseminar findet am 8. und 9. Oktober eine der bedeutendsten Fachtagungen auf dem Gebiet des Gewässerschutzes im Einzugsgebiet der Elbe in der Stadt statt, wo sie 1988 von Fachexperten der damaligen Wasserwirtschaftsdirektionen der CSSR und der DDR ins Leben gerufen wurde. Letztendlich entstand daraus das heutige nationale und internationale Wasserkompetenzzentrum an der Elbe. War zu Beginn vor allem der Wunsch nach Verbesserung der Gewässergüte ein Hauptgrund, stellt der Klimawandel die heutige Bewirtschaftung der Elbe vor wachsende Herausforderungen. Um Wasserversorgung, Artenvielfalt und Wasserqualität langfristig zu sichern, sind neue Strategien erforderlich. Dabei gilt es, sowohl ausreichende Wassermengen für Bevölkerung, Wirtschaft, Natur und die Schifffahrt bereitzustellen als auch Anpassungen an Extremereignisse wie Dürre und Hochwasser vorzunehmen.
Organisiert vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und maßgeblich mitveranstaltet durch die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE), den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft des Landes Sachsen Anhalt (LHW), die Flussgebietsgemeinschaft Elbe (FGG-Elbe) des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Elbe und die Hochschule Magdeburg-Stendal treffen sich rund 150 deutsche und tschechische Expert:innen aus wissenschaftlichen Einrichtungen, Wasserbehörden und NGOs, um sich über die Wasserbewirtschaftung im deutsch-tschechischen Elbeeinzugsgebiet zu verständigen.
Zentrale Punkte der Diskussionen und des wissenschaftlichen Austauschs sind:
- die Absicherung des Wasserdargebots und der Ökosystemfunktionen unter Berücksichtigung des Klimawandels,
- die Elbe als Wasserstraße mit ihren Möglichkeiten und Grenzen sowie
- Monitoringstrategien und Gewässerbewirtschaftung.
Zudem werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert, etwa in Bezug auf die Auswirkungen von ins Gewässer eingetragenem Reifenabrieb oder die Gewässergüteüberwachung im Rahmen der Uranbergbausanierung (Wismut GmbH).
Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger zu extrem hohen bzw. niedrigen Wasserständen der Elbe, die angepasste Strategien zur Sicherstellung einer ausreichenden Wassermenge für Mensch, Natur und Wirtschaft aber auch dem Schutz vor Zerstörung erfordern. Nur so kann einerseits der Erhalt ökologischer Funktionen gewährleistet werden und andererseits eine sinnvolle Nutzung als Wasserstraße sondiert werden.
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weitreichenden Veränderungen der Umwelt und erarbeiten Lösungsoptionen. In sechs Themenbereichen befassen sie sich mit Wasserressourcen, Ökosystemen/Landnutzung, Chemikalien/Gesundheit, Umwelt- und Biotechnologien, der Modellierung von Umweltprozessen und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg rund 1.100 Mitarbeitende. Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und wird vom Bund sowie Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
Text: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ
Symbolfoto: pixabay