veröffentlicht am Samstag, 16. August 2025
Magdeburg. Auch eine Woche nach der Sperrung der Ringbrücke über der Halberstädter Straße gibt es für den Radverkehr immer noch keine funktionierende Umleitung. Ein Umleitungsschild auf der Wiener Straße fordert die Radfahrenden derzeit sogar dazu auf mit dem Fahrrad in den Gegenverkehr auf den Magdeburg Ring zu fahren. Norman Dreimann vom ADFC Magdeburg bezeichnet die die derzeitige Umleitungsführung für den Radverkehr als „gefährlich und unverantwortlich.“ Radverkehr würde erneut behandelt werden wie „Verkehr zweiter Klasse.“
Seit 1,5 Wochen würde der Fahrradclub im Austausch mit der Verwaltung auf eine angemessene Umleitungslösung drängen, die Verwaltung bewege sich aber zu wenig und zu langsam. Während die Umleitungsführung für den Autoverkehr bereits vergangene Woche eingerichtet wurde, standen die ersten
Schilder für den Radverkehr erst am vergangenen Dienstag, eine Woche nach der Ankündigung der Sperrung. „Von der angekündigten Vorbereitung der Verwaltung auf den Sperrfall ist nichts zu sehen. Bei den Vorplanungen wurde der Radverkehr mal wieder total vergessen.“ kritisiert Dreimann.
Die vorgeschlagene Umleitungsroute über den Fuchsberg sei auch mit korrekter Beschilderung in Augen des ADFC keine gute Lösung. „Auf dem Fuchsberg gibt es in Richtung Innenstadt keinen Radweg, die beschlossenen Radwege werden seit Jahren aufgeschoben. Vom Radweg auf der Wiener Straße können Radfahrende noch nicht mal in den Fuchsberg abbiegen. Hier werden Fußgehende und Radfahrende gleichermaßen gefährdet, während der Autoverkehr die kürzeste Umleitung über die Sudenburger Wuhne fahren darf.“
Der ADFC fordert daher die Jordenstraße kurzfristig mit einer Asphaltschicht zu versehen, um für den Radverkehr eine sichere kurze Verbindung zur Sudenburger Wuhne und um die Ringbrücke herum zu schaffen. „Eine Asphaltschicht würde auch die Anwohnenden entlasten die mit dem Kopfsteinpflaster unter dem Lärm des zunehmenden Autoverkehrs leiden.“ bekräftigt Dreimann.
Die Sperrung der Halberstädter Straße sei jedoch nicht das einzige große Problem für Radfahrende. Die seit Wochen andauernde Sperrung des Elberadweges am Schleinufers sei mit dem Schulstart noch einmal dringlicher geworden „Jedes vierte Kind in Magdeburg fährt mit dem Rad zur Schule oder Kita. Für viele ist der Elberadweg und auch die Halberstädter Straße der Schulweg. Politik und Verwaltung stellen sich viel zu selten die Frage: Würde ich mein Kind dort mit dem Rad fahren lassen? Wenn die Antwort nein ist, ist der Vorschlag keine angemessene Lösung.“ Der Fahrradclub fordert daher auch hier den Stadtrat und die Stadtverwaltung auf temporär eine Spur des Schleinufers für den Fuß- und Radverkehr zu nutzen.
Text: ADFC Magdeburg
Symbolfoto: pixabay