veröffentlicht am Sonntag, 8. Juni 2025
Magdeburg. Am Zensusstichtag 15. Mai 2022 gab es in Sachsen-Anhalt 499.240 Haushalte mit einer Person. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren 44,7 Prozent aller Haushalte Singlehaushalte. Zwischen dem Zensusstichtag 2011 und 2022 ist der Anteil an Singlehaushalten um 7,6 Prozent gestiegen.
Knapp über die Hälfte (52,2 Prozent) der Singlehaushalte wohnten in Wohnungen unter 60 Quadratmeter. Damit lag der Anteil von Singlehaushalten mit kleinerer Wohnfläche höher als bundesweit (41,7 Prozent). Bei Haushalten mit genau 2 Personen lebten dagegen nur noch 15,4 Prozent in Wohnungen auf einer Wohnfläche unter 60 Quadratmeter. Insgesamt lebten 29,9 Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt in Wohnungen mit unter 60 Quadratmeter. 2011 waren es noch 31,7 Prozent aller Haushalte.
Für kleinere Wohnungen bis unter 60 Quadratmeter bezahlten im Durchschnitt Haushalte mit einer Person rund 22 Cent mehr Nettokaltmiete pro Quadratmeter als Haushalte mit zwei oder mehr Personen. Für diese lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Mehrpersonenhaushalten bei 5,34 EUR und bei Singlehaushalten bei 5,56 Euro. Die durchschnittliche Nettokaltmiete bildet alle Mietverhältnisse in Sachsen-Anhalt ab, dies beinhaltet sämtliche Bestandsmieten zum Stichtag 15. Mai 2022, auch solche, die schon über einen längeren Zeitraum bestanden. Auch insgesamt zahlten
Singlehaushalte (5,45 Euro pro Quadratmeter) mehr Nettokaltmiete als Mehrpersonenhaushalte (5,31 Euro pro Quadratmeter) für ihre Wohnungen. Ein möglicher Grund für diesen Unterschied könnte sein, dass Alleinlebende häufiger in kleineren Wohnungen lebten, die im Verhältnis zur Wohnungsfläche oft teurer sind. Auch bundesweit ist dieser Trend zu erkennen. Dort bezahlten Singlehaushalte 2022 eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 7,53 Euro pro Quadratmeter und Haushalte mit zwei oder mehr Personen 7,09 Euro pro Quadratmeter.
In Großstädten und großen Gemeinden mit über 100.000 Einwohner zahlten Einpersonenhaushalte eine höhere durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter als in kleineren Gemeinden (bis unter 10.000 Einwohner). In den beiden Großstädten betrug die durchschnittliche Nettokaltmiete für Singlehaushalte 5,89 EUR/m². Dagegen lag der Durchschnitt bei der Nettokaltmiete (4,89 Euro pro Quadratmeter) in kleineren Gemeinden
1 EUR/m² darunter.
Knapp über die Hälfte (53,5 Prozent) der Haushalte in großen Städten und Gemeinden waren 2022 in Sachsen-Anhalt Singlehaushalte. 2011 lag der Anteil noch bei 45,9 Prozent und damit niedriger. In kleineren Gemeinden hat sich der Wert für Singlehaushalte
um 7,2 Prozent erhöht, von 28,5 Prozent im Zensus 2011 zu 35,7 Prozent im Zensus 2022. Ergebnisse zur Miete umfassen die monatliche Nettokaltmiete der Wohnung in Euro pro Wohnfläche in Quadratmetern. Diese ist die vertraglich vereinbarte Miete ohne Betriebskosten und Heizkosten-/Warmwasserpauschale. Gegebenenfalls zusammen mit der Wohnung vermietete Garagen oder Stellplätze sind nicht eingerechnet. Mietfrei überlassene Wohnungen werden bei der durchschnittlichen Nettokaltmiete nicht berücksichtigt.
Die Haushaltsgröße gibt die Anzahl der in einem privaten Haushalt lebenden Personen an. Personen in Gemeinschaftsunterkünften sind hier nicht enthalten, sondern nur Personen mit eigener Haushaltsführung. Ein privater Haushalt besteht aus mindestens einer Person. Zugrunde gelegt wird das "Konzept des gemeinsamen Wohnens“: Alle Personen, die unabhängig von ihrem Wohnstatus (alleinige Wohnung, Haupt- oder Nebenwohnung)
gemeinsam in einer Wohnung leben, gelten als Mitglieder desselben privaten Haushalts, sodass es einen privaten Haushalt pro belegte Wohnung gibt.
Text: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Symbolfoto: pixabay